Vize-Bischof Fredrick Shoo im Gespräch mit Tansaniareferent Manfred Scheckenbach von Mission EineWelt.

Ernteausfall in der ehemaligen Kornkammer Tansanias

Vize-Bischof Fredrick Shoo zum Gespräch bei Mission EineWelt

 

„Es gibt keinen Frieden auf Erden, solange die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergeht.“ Für Fredrick Shoo, Vize-Bischof der Norddiözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania, steht fest, dass Themen wie Hunger, Umwelt und Bildung nur als Weltgemeinschaft gelöst werden können. „Es geht nicht ohne Veränderungen“, betonte der afrikanische Theologe bei einem Gespräch im Centrum Mission EineWelt.

 

Shoo, der als Vertreter seiner Kirche an der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland in Ulm teilgenommen hatte, war zu einem Kurzbesuch nach Neuendettelsau gekommen. Dort berichtete er unter anderem, dass allein in seiner Heimatregion rund 19.000 Menschen von akutem Hunger bedroht seien. In dem als Kornkammer bekannten Norden Tansanias sei durch die anhaltende Dürre die gesamte Ernte ausgefallen. Als Ursache sehe er einerseits den weltweiten Klimawandel, andererseits aber auch die langfristigen Folgen der Umweltschäden, die durch Abholzung in seinem Heimatland nun sichtbar werden. Er begrüßte, dass sich Mission EineWelt mit seiner Kampagne „Wir haben genug“ um mehr Gerechtigkeit beim Thema Ernährung weltweit einsetzt.

 

In seiner Diözese seien erste Maßnahmen für mehr Umweltschutz in den Gemeinden ergriffen worden. So müssten alle Konfirmanden vor ihrer Konfirmation 10 heimische Nutzbäume pflanzen und pflegen, bevor sie konfirmiert werden. Diese ungewöhnliche Pflanzaktion sorge für 75.000 neue Bäume in der Region. „Das Umweltbewusstsein wird auch dadurch verstärkt, dass die Gemeinden Baumschulen errichten sollen“, so Shoo. Die Kirche wolle zudem die Stelle eines Umweltbeauftragten schaffen, der dieses kirchliche Engagement verstärkt und Bewusstseinbildung betreibt.

 

Die Bildung ist der zweite Schwerpunkt kirchlicher Arbeit in Tansania. Der promovierte Theologe Shoo gehört zu dem nicht einmal einen Prozent der tansanischen Bevölkerung mit akademischer Ausbildung. In den zurückliegenden Jahren seien durch Stipendien etliche Tansanier zu einer höheren Schulbildung gekommen. „Viele wandern aber in besser bezahlte Jobs in die Wirtschaft ab.“ Damit die lutherische Kirche genügend Theologen, Evangelisten und andere gut ausgebildete Mitarbeiter bekommt, soll die Ausbildung stärker dezentralisiert werden. Von den Überseepartnern erwartet Shoo weiterhin Unterstützung mit Lehrkräften und Stipendien.

 

Helge Neuschwander-Lutz

 

  

eingestellt am 28. Oktober 2009

 


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