Von links: Cornelia Kammerbauer (Mission EineWelt), Susanne Anger (Gemeinsam für Afrika), Uli Hoeneß, Birgit Virnich (ehemalige ARD-Afrikakorrespondentin) und Erich Lischek (Vorstandsmitglied von Gemeinsam für Afrika).
Die afrikanischen Spielsachen werden im Nürnberger Spielzeugmuseum in Vitrinen gezeigt, an denen auch die persönliche Geschichte der Kinder dokumentiert ist.
Bürgermeister Klemens Gsell hat eigene Erfahrungen mit selbstgebastelten Spielsachen gemacht.

Ein Hubschrauber aus Badelatschen

Nürnberger Spielzeugmuseum zeigt Ausstellung „Global Players“

 

Wie phantasievoll, kreativ und talentiert afrikanische Kinder sind, zeigt seit 13. Januar das Nürnberger Spielzeugmuseum mit der Ausstellung „Global Players – Spielzeug aus Afrika“. Ausgestellt werden Hubschrauber aus Badelatschen, Fahrzeuge aus Draht und Sardinenbüchsen und allerlei Spielzeug, das afrikanische Kinder vor allem aus Müll gebastelt haben. Der Nürnberger Bürgermeister Klemens Gsell und Uli Hoeneß eröffneten die Ausstellung, die vom Bündnis „Gemeinsam für Afrika“ zusammengestellt wurde.

 

„Afrika ist nicht so begünstigt wie Europa“, sagte Bürgermeister Gsell bei der Eröffnung. Die Kinder aber lebten in ihrer eigenen Realität. „Wenn wir ihnen ihren Spieltrieb nehmen, dann nehmen wir ihnen auch ihre Kreativität.“ Für Gesell schloss sich mit der Ausstellung ein ganz persönlicher Kreis, weil er in Kindertagen mit selbstgebasteltem Spielzeug seines Großvaters gespielt habe.

 

Uli Hoeneß, Präsident von Bayern München und Nürnberger Wurstfabrikant, hat nach eigenen Worten vor Jahren von der Kampagne „Gemeinsam für Afrika“ gelesen. „Ich habe mich sofort dafür entschieden, mich hier zu engagieren“, sagte Hoeneß. Er sei selbst mehrmals in Afrika gewesen und war von der Fröhlichkeit der Kinder dort begeistert. „Wenn die Kinder dort einen Ball haben, sind sie zufriedener als Kinder hier, die den ganzen Tag vorm Computer sitzen.“ Sein liebstes Spielzeug sei ohnehin immer der Ball gewesen, erzählte Hoeneß am Rand der Veranstaltung.

 

Gesammelt hat das kreative Spielzeug die langjährige Afrika-Korrespondentin der ARD, Birgit Virnich. Angefangen habe alles damit, dass sie für ihren Sohn ein Geschenk von ihren Auslandseinsätzen in insgesamt 40 afrikanischen Ländern habe mitbringen wollen. Dort habe sie dann erlebt, dass selbst in verrohten Kindersoldaten noch ein anderer Kern stecke, wenn sie beginnen, sich selbst filigrane Spielzeuge zu bauen. Virnich hat über 100 Exponate aus Afrika mitgebracht. Zu jedem der ausgestellten Spielzeuge ist die Geschichte des Kindes in Bild und Text dokumentiert.

 

Neben der Ausstellung bietet das Spielzeugmuseum auch ein Rahmenprogramm für Schulklassen und Familien. In einem eigenen Bereich können Kinder selbst kreativ werden und aus den einfachsten Dingen eigenes Spielzeug basteln.

 

Die Kampagne „Gemeinsam für Afrika“ ist ein Bündnis von bundesweit 25 Hilfswerken, darunter auch Mission EineWelt.  In mehr als 5.000 Projekten, die das Bündnis aus überwiegend privaten Spenden und Zuwendungen fördert, wird „tägliche, unmittelbare und konkrete Hilfe“ geleistet, wie die Sprecherin der Kampagne, Susanne Anger erläuterte. Mit den Zuwendungen werden Schulen errichtet, Ausbildungsprogramme gefördert und medizinische Grundversorgung gesichert.

 

Die Ausstellung „Global Players – Spielzeug aus Afrika“ ist noch bis zum 13. Februar in Nürnberg zu sehen. Zuvor war sie in Berlin, wo sie im Oktober letzten Jahres von Bundespräsident Horst Köhler, der Schirmherr der Ausstellung ist, eröffnet worden war. Danach wird sie unter anderem in Hamburg und Köln zu sehen sein. 

 

Helge Neuschwander-Lutz

 

eingestellt am 13. Januar 2010


Pressestelle  Mission EineWelt  Tel. 09874 9-1030   presse(at)mission-einewelt.de