Ortspfarrerin Dr. Claudia Häffner und Pfarrerin Dr. Mercedes Garcia Bachmann (links) während des Gottesdienstes in der Münchner Dreieinigkeitskirche. Foto: Heike Grünwedel

Arme Menschen vom sozialen Leben ausgeschlossen

Erster Südamerikatag der bayerischen Landeskirche fand in München statt

 

Am 21. März 2010 fand in München der 1. Südamerikatag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern statt. Mit Gottesdienst und Diskussionsrunden wurde in der Münchner Dreieinigkeitskirche das Thema „Partnerschaft mit Südamerika“ beleuchtet. Im Zentrum der Diskussionsrunden standen dabei junge Leute, die im Sommer nach Südamerika ausreisen werden.

 

Geleitet wurde der Gottesdienst von Ortspfarrerin Dr. Claudia Häfner und Pfarrerin Dr. Mercedes Garcia Bachmann, Professorin an der Theologischen Hochschule in Buenos Aires. Im Mittelpunkt der von der argentinischen Hochschulprofessorin gehaltenen Predigt stand der 23. Psalm. Die Theologin warnte davor, diesen Psalm zu romantisieren. Der Psalm werde häufig in der Seelsorge verwendet und dabei als Verheißung, dass Gott den Menschen stets begleitet, verstanden. „Gerade im lateinamerikanischen Kontext wird Seelsorge aber im ganzheitlichen Sinn verstanden“, betonte Bachmann. Das bedeute, dass der Mensch von der Kirche mitsamt seiner sozialen und materiellen Probleme wahrgenommen werde. Doch genau hier liege das Problem. „Die Staaten Südamerikas weisen nicht die gleiche wirtschaftliche und soziale Stabilität auf wie die in Europa.“ Die Verhältnisse veränderten sich sehr rasch und die Bevölkerung lebe in großer Unsicherheit. Bachmann wies darauf hin, dass ein großer Prozentsatz der armen Menschen vom sozialen Leben ausgeschlossen ist. Deshalb sei das spirituelle Leben in Südamerika in eine diakonische Begleitung eingebunden, die die Menschen häufig benötigen, um ein einigermaßen erträgliches Leben führen zu können.

 

In der anschließenden Diskussionsrunde ging es um die unterschiedlichen Kulturen Europas und Südamerikas. Für die jungen Menschen, die über das Freiwilligenprogramm von Mission EineWelt im August für ein Jahr nach Südamerika gehen werden, wurde dabei deutlich, wie wichtig es ist, während ihres Auslandsaufenthaltes genau hinzuhören und hinzuschauen. Das verhindere, die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Südamerikaner versehentlich zu missbrauchen. Zu einem partnerschaftlichen Miteinander im Ausland gehöre außerdem, auf einiges zu verzichten, was zu Hause lieb und wertvoll ist. Dafür könne man aber auch interessante, neue Gewohnheiten und Gebräuche kennen lernen.

 

Daniela Obermeyer

 

 

eingestellt am 24. März 2010

 


Pressestelle  Mission EineWelt  Tel. 09874 9-1030   presse(at)mission-einewelt.de