In angeregten Gruppen-Diskussionen unterhielten sich die Teilnehmer über verschiedene Aspekte unseres Finanzsystems. Foto: MEW/Daniela Obermeyer

Geld regiert die Welt – doch wer regiert das Geld?

Knapp 30 Teilnehmende aus ganz Bayern kamen am vergangenen Wochenende nach Neuendettelsau, um sich im Rahmen der Welt-Uni 2010 mit dem Thema „Auswirkungen unseres Geldsystems und nachhaltige Alternativen“ zu beschäftigen.

 

Mission EineWelt hatte in Kooperation mit dem FAIR Handelshaus Bayern und dem Weltladen Würzburg zu dem Seminar am 16. und 17. April eingeladen und gemeinsam ein spannendes Programm aus Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden auf die Beine gestellt.

 

Den Anfang machte am Freitag Franz Galler, Regionalentwickler aus dem Berchtesgadener Land und Vorsitzender der dort angesiedelten Wirtschafts-Genossenschaft RegioSTAR e.G. In seinem praxisnahen Vortrag machte der gelernte Bankkaufmann deutlich, dass die Wirtschaftskrise eine systemimmanente Folge des derzeitigen Finanzsystems ist. Bevölkerungswachstum und der steigende Bedarf an Nahrung, Konsumgütern und Energie werden die Weltwirtschaft weiter in Schieflage bringen. „Wirtschaftswachstum kann aber nicht die Lösung dieser Probleme sein, sondern verstärkt die Spirale noch“, so der Finanzexperte. Für Galler liegt die Lösung in regionalen Wirtschaftsnetzwerken, die statt auf hohe Rendite auf Nachhaltigkeit setzen. Als Beispiel stellte er das Regio-Geld „Sterntaler“ vor, mit dem man nur bei regionalen Produzenten einkaufen kann, sowie den Tauschring „Mitanand“, bei dem statt Geld Lebenszeit für Waren und Dienstleistungen eingetauscht wird.

 

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Welt-Uni waren die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Länder des Südens, durch die viele Menschen ins Elend abgerutscht sind. In den Workshops wurde unter anderem die Einführung einer Finanztransaktionssteuer diskutiert und alternative nachhaltige Geldanlagemöglichkeiten vorgestellt. „Was wir brauchen, ist eine ökonomische Alphabetisierung unserer Bevölkerung. Die Kirchen sollten darauf hinweisen, dass Wirtschaft und Geld kein Selbstzweck sein dürfen, sondern im Dienst des Lebens stehen“, erklärt Seminarleiterin Gisela Voltz von Mission EineWelt.

 

So abwechslungsreich wie das Programm waren auch Herkunft und Motivation der Teilnehmenden: Berufstätige aus der Finanzbranche waren ebenso vertreten wie Mitarbeitende in Weltläden, am Aufbau eines Regio-Gelds Interessierte sowie junge Leute, die bald einen Internationalen Evangelischen Freiwilligendienst im Ausland machen werden.

 

Daniela Obermeyer

 

 

eingestellt am 21. April 2010

 


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