Von links: Dr. Rudolf Buntzel (EED), Marita Matschke (Eine Welt Netzwerk Bayern) und Angela Müller (Mission EineWelt). Foto: MEW/Daniela Obermeyer

Teller, Trog oder Tank?

Wie wird sich die Menschheit in Zukunft ernähren können? Diese schwierige Frage wurde am 21. April in Neumarkt bei einem Expertengespräch des Eine Welt Netzwerk Bayern diskutiert. Mission EineWelt war dabei mit Referentin Angela Müller vertreten, die die Kampagne „Wir haben genug.“ vorgestellt hat.

 

Den wissenschaftlichen Rahmen lieferte ein Vortrag von Dr. Rudolf Buntzel, Welternährungsbeauftragter des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED). Er machte deutlich, dass es beim Kampf gegen den Hunger kaum Fortschritte zu verzeichnen gibt: Weltweit sterben täglich etwa 25.000 Menschen an Unterernährung, über eine Milliarde leidet an Hunger. Besonders dramatisch nehmen sich diese Zahlen aus, wenn man bedenkt, dass Nahrungsmittel eigentlich im Überfluss vorhanden wären, jedoch beispielsweise als Futtermittel oder Treibstoff genutzt werden. „Es stellt sich in Zukunft immer stärker die Frage, wofür wir eigentlich Nahrung produzieren: Teller, Trog oder Tank?“, so Rudolf Buntzel.

 

Welche Ansätze es gibt, auf regionaler und bundesweiter Ebene etwas gegen dieses Ungleichgewicht zu tun, zeigte sich in der anschließenden Vorstellungsrunde verschiedener Institutionen, die sich im Bereich (Welt)Ernährung engagieren. Neben Mission EineWelt waren auch Brot für die Welt und FIAN e. V. vertreten.

 

„Wir haben genug.“ heißt die Kampagne, mit der Mission EineWelt 2009/2010 auf das Problem der ungerechten Verteilung von Nahrung aufmerksam machen will. „Ein Schwerpunkt der Kampagne liegt auf Bildungsarbeit“, erläuterte Angela Müller von Mission EineWelt. „Unter anderem haben wir Materialien für Schulen entwickelt, damit sich auch schon junge Leute kritisch mit dem Thema auseinander setzen können.“ Als anschauliches Beispiel stellte die Landwirtin und Agraringenieurin die „Ernährungskiste“ vor. Mit Hilfe der darin enthaltenen Spiele und Aufgaben können sich junge Menschen ab zwölf Jahren unter Anleitung praxisnah mit dem Thema „Hunger und Ernährung“ auseinandersetzen.

 

Zu dem bayernweiten Fachgespräch hatte das Eine Welt Netzwerk Bayern eingeladen, zu dessen Mitgliedern auch Mission EineWelt gehört. Über 20 Leute, die sich haupt- oder ehrenamtlich mit dem Thema (Welt)Ernährung beschäftigen, waren der Einladung ins Bürgerhaus nach Neumarkt gefolgt. Dass dieses Thema auch in der Regionalpolitik von Bedeutung ist, zeigte der Besuch des Oberbürgermeisters der Stadt Neumarkt, Thomas Thumann, der zu Beginn der Veranstaltung ein Grußwort sprach.

 

Daniela Obermeyer

 

 

eingestellt am 27. April 2010


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