„Das macht dann 5,80 Euro!“
Ein Großereignis wie der 2. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) sorgt allein durch die Anreise der Teilnehmenden mit PKW, Bahn, Bus oder Flugzeug für erhebliche Umweltbelastungen. Deswegen hat der ÖKT dafür geworben, die verursachten CO2-Emissionen durch Spenden auszugleichen. Damit wird unter anderem ein von Mission EineWelt getragenes Wiederaufforstungsprojekt in Brasilien unterstützt.
Ein paar Klicks auf dem Touchscreen der Infosäule „CO2-Ausgleichsprojekt des 2. Ökumenischen Kirchentags“ enthüllen das Ergebnis: Eine An- und Abreise von 400 Kilometern mit dem PKW verursacht insgesamt etwa 58 Kilogramm CO2. Entsprechend einer allgemein angewendeten Faustregel kompensiert ein Hektar Wald zehn Tonnen CO2. Die Pflanzung eines Hektar Waldes kostet zirka 1000 Euro, so dass also für ein Kilo CO2 10 Cent Kompensationskosten anfallen. In diesem Fall also 5,80 Euro. Solche und ähnliche Rechnungen hat Hans Zeller, Lateinamerikareferent bei Mission EineWelt, immer wieder mit Besucherinnen und Besuchern des ÖKT durchgerechnet. Eine Spendenbox an der Infosäule bot dann gleich die Gelegenheit, die verursachte „CO2-Schuld“ zu begleichen. „Vor allem viele junge Leute waren sehr interessiert an dem Thema“, zeigte sich Hans Zeller positiv überrascht.
Mit den Spenden werden zwei Wiederaufforstungsprojekte in Ecuador und Brasilien unterstützt. Das von Mission EineWelt getragene Projekt „Neuer Horizont“ im brasilianischen Santarém konzentriert sich auf den ökologischen Gemüseanbau. Die etwa 300.000 Einwohner dort sollen sich mit selbst angebautem Gemüse versorgen können, um nicht auf den CO2-intensiven Transport aus dem 4.500 Kilometer entfernten Sao Paulo angewiesen zu sein. Außerdem verhindert dieser neue Lebensunterhalt, dass die Bauern den Urwald zu Holzgewinnung roden.
Im dazugehörigen Fachgespräch am Samstag während des ÖKT wurde noch einmal verdeutlicht, wie wichtig die Reduzierung von CO2 im Kampf gegen den Klimawandel ist. Der in erster Linie durch die Industrienationen verursachte Klimawandel sei eine der größten Menschenrechtsverletzungen weltweit, so der Münchner Theologe und Sozialethiker Markus Vogt. Deswegen müsse die Kirche hier auch als Vorbild agieren und den CO2-Ausgleich als Standard bei allen kirchlichen Veranstaltungen einführen, forderte er weiter.
Daniela Obermeyer
eingestellt am 18. Mai 2010
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