Die Reisegruppe vor einem der wichtigsten Wahrzeichen der Reformation: der Schlosskirche in Wittenberg, an deren Tore Luther die 95 Thesen angeschlagen hat. Foto: Mark Schultz

Asiatische Kirchenvertreter wandeln auf Luthers Spuren

Eine ausgedehnte Tour durch die historischen Lutherstätten war einer der Hauptprogrammpunkte für die asiatischen Kirchenvertreterinnen und -vertreter, die im Mai auf Einladung von Mission EineWelt zu Besuch in Deutschland waren.

 

Das Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hatte Kirchenführer der lutherischen Kirchen aus Singapur, Kambodscha, Vietnam, Thailand, Laos, Hongkong, Myanmar, China und von den Philippinen eingeladen, um die Beziehung zu den Partnerkirchen zu vertiefen und einen gegenseitigen Austausch zu ermöglichen.

 

Gerade für die sehr jungen lutherischen Kirchen in Asien ist es interessant, die historischen Wurzeln der protestantischen Religion besuchen. „Unsere Informationen über Luther werden oft von anderen Konfessionen, etwa den Baptisten, überliefert. Deswegen finde ich es sehr hilfreich, an den Originalschauplätzen persönlich etwas zu erfahren“, erzählt Martin Lalthangliana, Missions-Direktor der Lutherischen Kirche von Myanmar. „Mehr über Luther zu wissen, hilft uns, sich zu vergewissern, wo wir als Kirche stehen“, ergänzt Banjob Kusawadee, Generalsekretär der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thailand. Ungefähr 3.200 Mitglieder hat seine Kirche, die seit etwa 30 Jahren existiert.

 

Die Reise führte die Asiaten zu Luthers Geburtsstätte nach Eisleben, nach Erfurt, wo Luther studiert hat, auf die Wartburg nach Eisenach und natürlich nach Wittenberg. Die Besucher erfuhren nicht nur viel über die Entstehung und Entwicklung des Protestantismus, sondern auch viel Inspirierendes über den Menschen Luther: „In unseren Büchern wird er oft wie ein Heiliger dargestellt“, berichtet Banjob Kusawadee. „Hier haben wir erfahren, dass Luther von Gott zwar für eine besondere Aufgabe auserwählt wurde, aber ein Mensch wie du und ich war. Diese motivierende Erkenntnis möchte ich den Kirchenmitgliedern zuhause mitbringen.“ Der Referent für Papua-Neuguinea, Pazifik und Ostasien bei Mission EineWelt, Dr. Traugott Farnbacher, der die Studienreise organisiert hatte, fügt noch hinzu: „Die Asiaten haben Luther erstmals als Widerständler aus Gottes Gnaden unter sehr widrigen Bedingungen, als Befreier und als spirituell ungeheuer eindrückliche Erneuerungsgestalt kennen gelernt.“

 

Daniela Obermeyer

 

 

eingestellt am 1. Juni 2010


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