Ökonomie-Expertin Irene Knoke während ihres Vortrags, der als „Alphabetisierungskampagne in Sachen Finanzen“ bezeichnet wurde.

Eurokrise bringt die Menschen zum Umdenken

Immer deutlicher wird, dass die weltweite Finanzkrise durch Fehlentwicklungen verursacht wurde, die dem Finanzsystem immanent sind. Dass dennoch jeder einzelne etwas dagegen tun kann, war ein wichtiges Fazit eines Seminars am Wochenende bei Mission EineWelt.

 

Referentin Irene Knoke vom Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene brachte es auf den Punkt: „Wir Konsumenten als Masse haben die Macht!“. Nur durch Druck von der Straße sei es möglich, auf die Politik Einfluss zu nehmen, damit diese sich für eine Neugestaltung der Finanzmärkte einsetze. Dazu gehören für die Referentin beispielsweise eine Bankenreform, die die Banken dazu bringt, sich wieder auf ihre Kernfunktionen (Einlagengeschäft und Kredite) zu konzentrieren, und die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Um diese Forderungen durchsetzen zu können, müssten aber noch viel mehr Menschen über die Problematik aufgeklärt werden. „Bildung ist der Schlüssel!“, betonte die Expertin. Die Eurokrise birgt dahingehend auch eine Chance, da sich die Menschen wieder verstärkt mit den Finanzzusammen-hängen beschäftigen, war sich Knoke sicher.

 

Diese Aussagen sowie ihre anschauliche Erläuterung des Weltfinanzsystems und der Ursachen für die Finanzkrise stießen bei den Teilnehmenden, in erster Linie Studierende aus unterschiedlichen Fachbereichen, auf großes Interesse. In verschiedenen Arbeitsgruppen konnten diese anschließend mit Referenten von attac, Oikocredit Bayern, vom bayerischen Umweltministerium und mit einem Dozenten für Sozialethik Ideen erarbeiten, wie die Einflussnahme des einzelnen konkret aussehen könnte – sei es über aktive Mitarbeit in einem Kampagnenbündnis wie attac oder die Investition in ethisch korrekte Geldanlagen.

 

Das ökumenische Seminar „GELD.MACHT.ZUKUNFT?“ wurde von Mission EineWelt in Kooperation mit Misereror, Brot für die Welt und STUBE Bayern veranstaltet.

 

Daniela Obermeyer

 

 

eingestellt am 14. Juni 2010


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