Ein Jahr Vorbereitungszeit und Sprachkurs am ökumenischen Studienkolleg in Bochum liegt bereits hinter der Familie. Nun beginnt Nawi Philip mit seiner neuen Tätigkeit als ökumenischer Mitarbeiter im unterfränkischen Rödelsee. Foto: Privat

„Menschen für den Gottesdienst gewinnen“

Am 11. Juli wird Pfarrer Nawi Philip mit einem Festgottesdienst in die evangelisch-lutherische Gemeinde Rödelsee im Dekanat Kitzingen eingeführt.

 

Der 45-Jährige hat dort von Mission EineWelt, dem Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, die Stelle eines ökumenischen Mitarbeiters sowie Aufgaben in der Partnerschaftsarbeit übertragen bekommen. Damit Nawi Philip sich in den kommenden vier Jahren auf diese beiden Ämter konzentrieren kann, wurde dort von der bayerischen Landeskirche eine zusätzliche Pfarrstelle für ihn bereitgestellt.

 

Für seine Arbeit als Pfarrer erhofft sich Nawi Philip vor allem eines: „Mein größter Wunsch ist es – und da stimme ich wahrscheinlich mit allen Pfarrern weltweit überein – dass ich viele Menschen für den Gottesdienst gewinnen kann, damit sie dort das Wort Gottes hören.“ In der Partnerschaftsarbeit will er versuchen, den Menschen im Dekanat Kirche, Land und Leute Papua-Neuguineas näherzubringen. Dazu wird er beispielsweise in Partnerschaftskreisen mitarbeiten oder Vorträge in Schulen und bei kirchlichen Veranstaltungen halten.

 

Gerade diese Tätigkeit ist für Nawi Philip ganz neu. Als Geistlicher dagegen hat er in seiner Heimatprovinz Morobe im Westen Papua-Neuguineas bereits viel Erfahrung gesammelt. Nach einem Landwirtschaftsstudium hatte er dort zunächst als Verkaufsleiter in einem Baumarkt gearbeitet, bevor er sich für einen neuen Lebensweg entschied: 1994 begann er ein theologisches Studium am renommierten Martin-Luther-Seminar in Lae. Nach dem Diplomabschluss war er erst als Schulpfarrer an einer High School tätig, dann als Gemeindepfarrer in Lae und zuletzt als Leiter einer Pfarrei in Finschhafen. Dass es ihn nach Deutschland verschlagen hat, war eher Zufall. An eine Auslandstätigkeit hatte er gar nicht gedacht, bis ihn sein damaliger Bischof der bayerischen Landeskirche als passenden Kandidaten vorgeschlagen hatte.

 

Nun freut er sich, trotz der Zweifel, die ihn natürlich auch bewegen, auf die vier Jahre, die er mit seiner Frau Nancy, Sohn Rodney (8) und Tochter Laura (2) in Rödelsee verbringen wird: „Ich habe die Deutschen als sehr freundlich und hilfsbereit erlebt, deswegen mache ich mir eigentlich keine Sorgen!“ Das Haus, das die Gemeinde zur Verfügung gestellt hat, sei sehr schön und auch die Kinder hätten sich schon gut eingelebt. „Jetzt fehlt nur noch der deutsche Führerschein und ein Auto, damit ich mobil bin“, stellt Nawi Philip abschließend fest.

 

Mission EineWelt hat das Austauschprogramm 1978 ins Leben gerufen, seit Ende der 90er Jahre hat es sich etabliert. Seitdem waren und sind zahlreiche Pfarrer, vor allem aus Papua-Neuguinea und Tansania, den größten und ältesten Partnerkirchen der bayerischen Landeskirche, in Gemeinden in ganz Bayern tätig. „Das Ziel des Austauschs ist es natürlich zum einen, voneinander zu lernen“, erklärt Pfarrer Jens Porep, der bei Mission EineWelt das Programm koordiniert. „Und zum anderen nehmen die Pfarrer, wenn sie nach Hause zurückkehren, eine wichtige Brückenfunktion zwischen Deutschland und ihrer Heimat wahr. Das stärkt die Partnerschaftsarbeit ungemein!“

 

Daniela Obermeyer

 

 

eingestellt am 7. Juli 2010 


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