Vor seiner Abreise nach Amerika bekam Moritz Bräuninger einen Dornenkranz. Foto: Mission EineWelt
Dr. Hans Rößler, Leiter des Löhe-Zeit-Museums in Neuendettelsau, berichtete vom Leben und frühen Tod des Indianermissionars Moritz Bräuninger. Foto: Mission EineWelt

Märtyrer und tragische Gestalt

Vor 150 Jahren wurde Moritz Bräuninger in Nordamerika ermordet

 

Zum 150. Todestag des Indianermissionars Moritz Bräuninger veranstaltete Mission EineWelt gemeinsam mit dem Heimat- und Geschichtsverein in Neuendettelsau einen Vortragsabend. Dr. Hans Rößler, Leiter des Löhe-Zeit-Museums, stellte eindrücklich das kurze Leben Bräuningers vor, der als Missionar in der so genannten Indianermission in Nordamerika 1860 ermordet wurde.

 

Es hänge von der Sichtweise ab, ob man Bräuninger als Märtyrer oder tragische Figur sehe, so Rößler in seinem Vortrag. Aus Sicht der indigenen Bevölkerung Nordamerikas waren die Missionare, die aus Franken kamen, lästige Eindringlinge und Siedler. Aus Sicht der Missionsgesellschaften waren sie Idealisten, die überzeugt und entschlossen die Botschaft des Evangeliums unter die Menschen Nordamerikas bringen wollten.

 

Die von Wilhelm Löhe gegründete Missionsgesellschaft in Neuendettelsau bildete die jungen Missionare zwar gut aus. Trotzdem fehlten letztendlich nach Ansicht Rößlers den durch Wander- und Gesellenjahre doch relativ erfahrenen jungen Männern das Wissen und die Kenntnis um die Lebensumstände und kulturellen Eigenheiten in der amerikanischen Urbevölkerung. Entschlossenheit allein und Überzeugung hätten nicht ausgereicht, so Rößler, und schließlich zum Scheitern geführt. Bräuninger kam am 23. Juli 1860 von einem Spaziergang nicht mehr zurück. Wie später bekannt wurde, hatte Oglala-Indianer den damals 23-jährigen Missionar erschossen und in den Fluss geworfen.

 

Der Vortrag sollte Verständnis für die schwierige Missionsarbeit und ein würdiges Gedenken an den tragischen Tod von Moritz Bräuninger ermöglichen.

 

Peter Weigand

 

eingestellt am 16. Juli 2010 


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