Das Thema „Chancen und Risiken von Geld in der Partnerschaftsarbeit“ war Thema des bundesweiten Arbeitskreises Kongo bei Mission EineWelt, zu dem auch der Partnerschaftsbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo, Masumbuko Leya, angereist war. Foto: Christiane Rimroth/ Mission EineWelt

Es geht nicht nur um Geld

Dass finanzielle Unterstützung aus dem Ausland für eine Partnerkirche auch Risiken bergen kann, machte Masumbuko Leya von der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo (EELCo) deutlich. Der Partnerschaftsbeauftragte besuchte auf seiner Deutschlandreise im Juli auch Mission EineWelt im Rahmen des dort veranstalteten bundesweiten Arbeitskreises Kongo.

 

Es bestehe die Gefahr, dass sich die Kirche zu sehr auf die Unterstützung aus dem Ausland verlasse und deshalb nur wenig unternehme, um sich finanziell zu emanzipieren, erläuterte Masumbuko Leya im Bezug auf die kongolesische Kirche. „Es ist sehr wichtig, dass wir soviel eigene Verantwortung wie möglich übernehmen“, betonte er. „Denn was ist, wenn die Spenden eines Tages wegfallen?“ Für diese Problematik ein Bewusstsein innerhalb der Kirche zu schaffen, ist laut eigenen Aussagen im Moment seine größte Herausforderung. Deshalb setzt sich der Partnerschaftsbeauftragte innerhalb seiner Kirche dafür ein, dass jedes Projekt immer mit einem gewissen Anteil an lokalen Geldern finanziert wird, und sei dieser noch so klein. Das ermutige die Menschen vor Ort, ihren Beitrag schrittweise aufzustocken und sei außerdem ein positives Signal für die Unterstützer im Ausland.

 

Dass die kongolesische Kirche aber im Moment sehr stark auf Geld aus dem Ausland angewiesen ist, um ihre zahlreichen Aufgaben erfüllen zu können, machte Masumbuko Leya ebenfalls deutlich. Die EELCO engagiert sich zum Beispiel in Projekten, bei denen Gefängnisinsassen mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden oder ethnischen Minderheiten wie den Bashimbi Zugang zu Bildung verschafft wird.

 

Doch es gehe bei einer Partnerschaft eben nicht nur ums Geld, wie Masumbuko Leya betonte. Wichtig sei auch, voneinander zu lernen, wie man etwa mit den verschiedenen Herausforderungen in den Gemeinden umgeht. Ebenso wichtig sei die gegenseitige geistliche Unterstützung. Für die Zukunft wünscht er sich deswegen, dass es einen Personalaustausch zwischen den beiden Kirchen gibt, der sich über Pfarrer hinaus erstreckt, sowie regelmäßige Besuche zwischen den Partnergemeinden in Deutschland und im Kongo. Das würde die seit über 30 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und seiner Kirche weiter stärken.

 

Daniela Obermeyer

 

eingestellt am 27. Juli 2010 


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