Das Know-how ist da, der Wille fehlt

Der Hunger auf der Welt kann beseitigt werden, aber der Wille dazu fehlt. Von deutlichen Worten war der Jahresempfang am 28. Juli in Nürnberg von Mission EineWelt geprägt, dem Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

 

Direktor Peter Weigand betonte in einem Pressegespräch anlässlich des Empfangs, dass es weltweit genügend Nahrung gibt und es auch nicht am Know-how für die Verteilung mangelt: Waffen würden schließlich auch ihren Weg in jeden Winkel der Erde finden. Daraus schlussfolgerte Weigand: „Es fehlt der politische Wille, Nahrung gerecht zu verteilen!“ Unterstützt wurde seine These vom Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen Uwe Kekeritz: „Politische Entwicklungshilfe ist heutzutage oft von wirtschaftlichen Interessen geleitet.“ Der Fürther Politiker nannte als einen Lösungsansatz, die Widersprüchlichkeit in der deutschen Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik aufzulösen, etwa wenn durch subventionierte Billigprodukte aus dem Ausland lokale Märkte zerstört werden. Mission EineWelt setzt ebenfalls auf die Stärkung des regionalen, fairen Handels vor Ort mit nachhaltigen Produkten.

 

Positiv hervorgehoben wurde die Rolle der Kirche in der Entwicklungszusammenarbeit: „Deren Engagement schafft ein öffentliches Bewusstsein für diese Problematik, das kann die Politik nicht alleine“, betonte Uwe Kekeritz. Direktor Weigand räumte zwar ein: „Wir sind nicht die, die alleine den Weg aus der Krise wissen.“ Jedoch könne man vor allem von der guten Vernetzung mit den Partnerkirchen in den Ländern, die direkt von Klimawandel und Nahrungsmangel betroffen sind, im gemeinsamen Kampf gegen den Hunger profitieren.

 

Weiter vernetzen und gemeinsam Lösungen entwickeln sind auch die Hauptziele des Symposiums, das vom 29. Juli bis 1. August bei Mission EineWelt stattfindet. Etwa 30 Gäste aus Partnerkirchen der evangelischen Landeskirche sind zu diesem Zweck direkt von der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Stuttgart (20.-27.7.) nach Neuendettelsau gekommen, um gemeinsam mit Vertretern anderer Kirchen, aus Politik und Gesellschaft Impulse aus der Vollversammlung unter dem Motto „Unser täglich Brot gib uns heute“ zu vertiefen.

 

Beim Jahresempfang von Mission EineWelt im Anschluss an das Pressegespräch waren rund 200 Gäste aus dem In- und Ausland vertreten. Musikalisch untermalt wurde der Empfang in der Nürnberger Innenstadt von einem Chor aus Simbabwe, zur Stärkung gab es ein regionales und ökologisches Buffet. Unterstützt wurde der Jahresempfang unter anderem durch die Firmen page one und Kühne + Nagel.

 

Daniela Obermeyer

 

eingestellt am 29. Juli 2010 


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