Thomas Hirsch, Klimaexperte von Brot für die Welt. Foto: Mission EineWelt/ Daniela Obermeyer

Ein Problem betrifft alle Länder

Industrienationen und Schwellenländer stünden beide gleichermaßen in der Verantwortung, den Klimawandel zu bekämpfen und so einen Beitrag zur weltweiten Ernährungssicherheit zu leisten. Diese Aussage des Klimaexperten Thomas Hirsch von Brot für die Welt war eine der Thesen, die am Freitag, dem zweiten Tag des internationalen Welternährungssymposiums bei Mission EineWelt im Mittelpunkt der Diskussionen stand.

 

Die zunehmende Erderwärmung könne nur gestoppt werden, wenn der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um 50 Prozent reduziert wird, führte der Klimaexperte vor den etwa 150 Symposiumsteilnehmern aus. „Dazu müssen nicht nur die Industrienationen ihren Beitrag leisten, denn selbst eine hundertprozentige Reduktion ihres Ausstoßes würde nicht ausreichen“, so Thomas Hirsch weiter. „Auch Schwellenländer wie Brasilien und Indonesien stehen mit ihren riesigen Landwirtschaftssektoren in der Verantwortung“. Laut dem Experten verursacht die Landwirtschaft neben dem Energie- und Industriebereich die größte Emission. Zugleich räumte Thomas Hirsch ein, wie schwierig es sei, die verschiedenen Bedürfnisse aller Länder unter einen Hut zu bringen: „Schwellenländer stellen verständlicherweise ihr Wirtschaftswachstum in den Vordergrund, kleine Inselstaaten dagegen, die von Überflutung bedroht sind, drängen auf schnelle Lösungen.“ Man könne natürlich kein Land zu einer Verhaltensänderung zwingen, aber zumindest versuchen, selbst ein gutes Vorbild zu sein und Best-Practice-Beispiele zu liefern, wie das Deutschland etwa bei der Nutzung von erneuerbaren Energien mache.

 

Wie vielfältig der Klimawandel die globale Ernährungssituation bereits beeinflusst, schilderten Kirchenvertreter aus Brasilien, Kenia, China und Papua-Neuguinea mit anschaulichen Beispielen. Auf dem Inselstaat im Südpazifik würden sich durch die Erderwärmung zunehmend Krankheiten ausbreiten, die Nutzpflanzen befallen und ganze Ernten vernichten, erzählte etwa Dawa Sirah von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea. Bischof Nicholas Tai aus Hong Kong nannte immer längere Dürreperioden einerseits und Flutkatastrophen andererseits als die größten Hemmnisse für eine ausreichende Nahrungsversorgung in China.

 

Daniela Obermeyer

 

eingestellt am 30. Juli 2010 


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