Hand in Hand kämpfen Bryceson Mbilinyi (links) und Helga und Jochen Döring aus München-Haar gegen die Ausbreitung von HIV in Tansania. Foto: MEW
Hand in Hand kämpfen Bryceson Mbilinyi (links) und Helga und Jochen Döring aus München-Haar gegen die Ausbreitung von HIV in Tansania. Foto: MEW

Münchner und Tansanier im gemeinsamen Kampf gegen Aids

Seit über 20 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen der Kirchengemeinde Ilembula im Südwesten Tansanias und der evangelischen Jesuskirche in München-Haar, unterstützt von Mission EineWelt. Ein Schwerpunkt der Beziehung ist der gemeinsame Kampf gegen HIV und Aids. Dass diese Anstrengungen Früchte tragen, machte der Partnerschaftsbeauftragte Bryceson Mbilinyi von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania während einer Besuchsreise in Bayern deutlich.

 

Das Krankenhaus in Ilembula hat sich unter seinem Einfluss zu einer wichtigen Anlaufstelle für Gesunde und Kranke entwickelt: Es werden HIV-Tests angeboten, ausführliche Beratungsgespräche, Präventionsseminare und kostenlose Aids-Medikamente. Die Gründung einer Selbsthilfegruppe gehört ebenfalls zur Erfolgsgeschichte von Bryceson Mbilinyi. Die Mitglieder von Faraja, was in Swahili „Trost“ bedeutet, unterstützen sich gegenseitig und leisten öffentliche Aufklärungsarbeit. Kennen gelernt hat der Aids-Beauftragte die Arbeit von Selbsthilfegruppen, als er 2003 von Mission EineWelt im Rahmen eines kurzen Arbeitseinsatzes nach Deutschland eingeladen wurde. Im Januar 2004 mit acht Leuten gegründet, vereint Faraja mittlerweile um die 250 Mitglieder. „Es hat sich sehr viel getan“, berichtet Bryceson Mbilinyi. „Auch im öffentlichen Bewusstsein: HIV und Aids sind immer weniger ein Tabuthema, die Diskriminierung von Kranken nimmt ab.“ Innerhalb der lutherischen Kirche ist ebenfalls ein Umdenken zu beobachten: „Vor der Eheschließung raten die Geistlichen beiden Partnern eindringlich zu einem Test.“

 

Von diesen positiven Entwicklungen konnte sich auch die Partnerschaftsgruppe aus Haar im Landkreis München überzeugen, deren Vertreter 2003 nach Ilembula gereist sind. Seit vielen Jahren setzen sich die Münchner unter der Organisation von Jochen und Helga Döring für die Selbsthilfegruppe sowie auch für Aidswaisen ein. So wurden etwa Nähmaschinen zur Verfügung gestellt, damit die Faraja-Mitglieder ein kleines Gewerbe aufbauen können. Mit einem Sponsorenlauf, Konzerten und anderen Aktionen sammelt die Partnerschaftsgruppe immer wieder Geld. Damit wird eine eigens gegründete Stiftung unterstützt, die sich um verwaiste und bedürftige Kinder kümmert. „Dennoch dürfen wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen, denn es gibt immer noch zu viele Ansteckungen. In meiner Heimatregion etwa sind 16 Prozent der Menschen infiziert“, betont Bryceson Mbilinyi. Ein armes Land wie Tansania könne es sich nicht leisten, dass so viele Menschen aufgrund der Krankheit nicht mehr arbeiten können, die Zahl der Waisen steigt und die Armut weiter zunimmt.

 

Daniela Obermeyer

 

eingestellt am 9. September 2010 


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