Für viele Bewohner im Dschungel Papua-Neuguineas ist Martin Köhler die einzige Verbindung zur Außenwelt. Foto: Privat
Für viele Bewohner im Dschungel Papua-Neuguineas ist Martin Köhler die einzige Verbindung zur Außenwelt. Foto: Privat

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Pilot Martin Köhler versorgt entlegene Regionen in Papua-Neuguinea aus der Luft.

 

So groß wie Bayern und halb Baden-Württemberg zusammen ist das Gebiet, um das sich Martin Köhler kümmert. Der Pilot aus Nürnberg arbeitet seit 2007 im Auftrag von Mission EineWelt bei der Mission Aviation Fellowship (MAF), einem weltweit tätigen christlichen Flugdienst. Stationiert in Wewak an der Nordküste Papua-Neuguineas fliegt er von dort medizinische Notfälle aus und

leistet Flugdienste unter anderem für die Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea.

 

Medizinische Evakuierungen haben Priorität, denn wer sich in dem schwer zugänglichen Sepik-Gebiet verletzt oder krank wird, hat mehrere Tage Fußmarsch bis zur nächsten Krankenstation vor sich. Mit einem achtsitzigen Turbo-Airvan fliegt Martin Köhler die Patienten ins nächste Krankenhaus oder bringt Ärzte und medizinische Versorgung in die Region. Seine weiteren Flüge setzen sich gemäß dem MAF-Motto „Der Kirche und der Gemeinschaft in entlegenen Regionen dienen“ bunt zusammen: Er fliegt Pfarrer und kirchliche Mitarbeitende der lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea sowie Angehörige von Missionsorganisationen an ihre Einsatzorte. Daneben werden auch Schulmaterial und Lebensmittel transportiert, und es gibt Flüge für Lehrer, Polizei und Regierungsmitglieder. Knapp 37.000 Leute und 2.600 Tonnen Fracht wurden 2009 transportiert und 480 Notfallflüge durchgeführt.

 

Nicht nur die hohe Arbeitsauslastung macht den Pilotenjob für Martin Köhler und seine 20 MAF-Kollegen in Papua-Neuguinea so anspruchsvoll, sondern auch die flugtechnischen Rahmenbedingungen. „Die 45 Flugplätze im Sepik-Gebiet bestehen häufig nur aus einer einzigen, holprigen Start- und Landebahn, die zudem schlecht gewartet ist“, erzählt der Pilot. „Zudem machen die sich sehr schnell ändernden Wetterbedingungen in den Tropen das Fliegen im Gebirge zu einer Herausforderung“, berichtet er weiter. Deshalb durchlaufen die MAF-Piloten auch eine lange und umfangreiche Vorbereitungszeit: Über ein Jahr mit Schulungen, Trainingsflügen und Sprachkursen in Deutschland, USA, Australien und Papua-Neuguinea verging, bis Martin Köhler seine Arbeit aufnehmen konnte.

 

Insgesamt drei Jahre hat er nun mit seiner Frau Claudia, einer Lehrerin, und den beiden Kindern Lea (8) und Lars (6) fern der Heimat verbracht. Die Familie habe sich in Wewak gut eingelebt, erzählt er. „Die Kinder haben schnell Freundschaft mit Einheimischen geschlossen. Und meine Frau kümmert sich um den Unterricht der Kinder und um die Ordnung in den Pilotenhäusern auf dem Compound.“ Die „vielen positiven und sehr schönen Erlebnisse“ in den letzten Jahren haben dazu geführt, dass Martin Köhler und seine Familie nach ihrem ersten Auslandseinsatz nun ab November 2010 weitere zwei Jahre in Papua-Neuguinea anschließen.

 

Daniela Obermeyer
Eingestellt am 22.10.2010


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