Auf spielerische Weise wird im Pangani Lutheran Children Centre unter anderem versucht, Mädchen mit Lern- und Konzentrationsschwächen zu fördern. Foto: Privat
Auf spielerische Weise wird im Pangani Lutheran Children Centre unter anderem versucht, Mädchen mit Lern- und Konzentrationsschwächen zu fördern. Foto: Privat
Auch der bayerische Landesbischof Dr. Johannes Friedrich verschaffte sich bei einem Besuch vor einigen Jahren einen Eindruck von der Arbeit im Zentrum. Foto: Privat
Auch der bayerische Landesbischof Dr. Johannes Friedrich verschaffte sich bei einem Besuch vor einigen Jahren einen Eindruck von der Arbeit im Zentrum. Foto: Privat

Bildung für Laienprediger und ein Heim für Straßenmädchen

Mitarbeitende von Mission EineWelt berichteten über ihre Arbeit in Kenia.

 

Über sechs Jahre haben Claudia und Friedrich Heiß aus Bayreuth in Nairobi gelebt und waren dort für die Kenianische Evangelisch-Lutherische Kirche (KELC) tätig. Friedrich Heiß war für die christliche Bildungsarbeit der Kirche verantwortlich, seine Frau arbeitete in einem Projekt für Straßenmädchen. Über ihre Erfahrungen erzählten sie vor etwa 70 Teilnehmenden eines Begegnungsabends am 25. Oktober bei Mission EineWelt in Neuendettelsau.

 

Pfarrer Friedrich Heiß war für die Aus- und Weiterbildung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zuständig. Er versorgte sie etwa mit Materialien, schulte sie in der Predigtvorbereitung oder entwickelte mit ihnen zusammen Arbeitshilfen. „Die meisten Mitarbeitenden sind Laienprediger, die über wenig theologisches Grundwissen verfügten“, erzählte Heiß. Dementsprechend dankbar seien die Prediger und Pfarrer für jede Hilfestellung gewesen, wohl auch deshalb, weil sie in ihrem beruflichen Alltag ohnehin mit genügend Herausforderungen konfrontiert sind. Es gebe zu wenig Pfarrer, so dass sich ein einzelner Geistlicher schon mal um 20 Predigstellen im Umkreis von 100 Kilometern kümmern muss, fuhr Heiß fort. Hinzu komme das geringe Gehalt, das viele dazu zwingt, sich eine zusätzliche Arbeitsstelle zu suchen.

 

Eine Betreuungseinrichtung für Straßenmädchen, das Pangani Lutheran Children Centre (PLCC), stand dagegen für Claudia Heiß in den vergangenen sechs Jahren im Mittelpunkt. In dem von der kenianischen Kirche getragenen Zentrum finden Mädchen aus den Slums von Nairobi Unterstützung. Claudia Heiß half dort, die Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren pädagogisch und psychologisch zu betreuen und sie auf den Schulabschluss oder eine Ausbildung vorzubereiten. Dabei stellte sich für sie und das Team des PLCC vor allem eine große Herausforderung: fehlende Unterkünfte. „Für eine erfolgreiche Arbeit mit den Mädchen ist es wichtig, dass sie von ihrem bisherigen Umfeld auf der Straße ferngehalten werden“, erklärte Claudia Heiß. Deshalb wird gerade 25 Kilometer vom Stadtkern Nairobis entfernt ein großes Kinderzentrum gebaut, mit Wohnhäusern für insgesamt 100 Mädchen und einer eigenen Grundschule. Anfang 2011 werden die ersten Bewohnerinnen einziehen.

 

Daniela Obermeyer
Eingestellt am 27.10.2010


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