Viele Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo müssen auf provisorische Kirchenbauten zurückgreifen, wie hier in Chikera. Foto: Privat
Viele Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo müssen auf provisorische Kirchenbauten zurückgreifen, wie hier in Chikera. Foto: Privat
Pfarrerin Reinhild Schneider während eines Gottesdienstes. Foto: Privat
Pfarrerin Reinhild Schneider während eines Gottesdienstes. Foto: Privat

Eine Hoffnungsgeschichte

Pfarrerin aus Mittelfranken bereitet die Übergabe ihrer Arbeit im Kongo vor.

 

14 Jahre lang war Reinhild Schneider im Auftrag von Mission EineWelt in der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo (EELCo) im Bereich „Christliche Bildungsarbeit“ tätig. Letzte Woche ist sie in den Ostkongo zurückgekehrt, mit einem klaren Ziel: die Verantwortung nun in die Hände der einheimischen Mitarbeitenden zu übergeben.

 

Die christliche Bildungsarbeit der EELCo ist sehr vielfältig: Einen Schwerpunkt hat Pfarrerin Reinhild Schneider in all den Jahren auf die Aus- und Fortbildung der kirchlichen Mitarbeitenden gelegt, von denen außer den Pfarrerinnen und Pfarrern alle ehrenamtlich tätig sind. Außerdem hat sie die Verantwortlichen für die Kinder-, Jugend- und Frauenarbeit geschult, damit diese in ihren Gemeinden ihr Wissen weitergeben können. Auch die Erstellung von geistlichen Materialien lag in ihrer Verantwortung: von der Herausgabe des Gesangbuchs der EELCo über Predigthilfen bis zu Anleitungen für die Gruppenarbeit – in Swahili und Französisch.

 

Eine Menge Arbeit, die die Einheimischen in Zukunft alleine organisieren müssen. Doch Reinhild Schneider ist zuversichtlich, dass das gelingen kann. Unter anderem deshalb, weil ihre wichtigste Botschaft bei den Menschen angekommen zu sein scheint. „Da ist eure Kirche! Ihr selbst müsst dafür sorgen, dass sie läuft“, hat sie immer wieder vermittelt. Die große Eigeninitiative und Kreativität der Gemeindeglieder bei der Umsetzung der christlichen Botschaft beweise ihr, dass die Kirchenmitglieder ihre Eigenverantwortung ernst nehmen. So haben sich zum Beispiel in einer Gemeinde Frauen organisiert, um die Insassen des örtlichen Gefängnisses mit Essen und geistlichem Beistand zu versorgen. Die Übergabe hat Reinhild Schneider außerdem von langer Hand vorbereitet. Während ihres letzten dreijährigen Arbeitseinsatzes hat sie die Seminare stets in Teams mit Einheimischen geplant und durchgeführt, so dass nun immer mehr in der Lage sind, selbst Aus- und Weiterbildungen abzuhalten.

 

Trotz dieser erfreulichen Ausgangslage weiß die Pfarrerin aber auch, dass es nicht leicht sein wird, die christliche Bildungsarbeit erfolgreich fortzusetzen: „Die äußeren Bedingungen sind nach wie vor sehr schwierig.“ Viele Menschen seien durch den Krieg traumatisiert, die Korruption blüht und Naturkatastrophen belasten die Bevölkerung zusätzlich. Auch fehlt es der lutherischen Kirche an vielem: an Kirchengebäuden, an Geld für die Pfarrer, an Transportmitteln, um die Gemeinden zu erreichen. „Es ist sicher keine abgeschlossene Erfolgsgeschichte, aber zumindest eine starke Hoffnungsgeschichte“, betont Reinhild Schneider.

 

Daniela Obermeyer
Eingestellt am 3.11.2010


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