Bischöfin Victoria Cortez (Nicaragua), Lateinamerikareferent Hans Zeller (Mission EineWelt) und Bischof Medardo Gomez (El Salvador) beim Begegnungsabend. Foto: MEW
Bischöfin Victoria Cortez (Nicaragua), Lateinamerikareferent Hans Zeller (Mission EineWelt) und Bischof Medardo Gomez (El Salvador) beim Begegnungsabend. Foto: MEW

Eintreten für die Armen und Unterdrückten

Die Lateinamerikanischen Partnerkirchen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) berichteten über die politische und kirchliche Lage vor Ort.

 

Mit Gewalt, Armut, Naturkatastrophen und politischer Unterdrückung haben die lutherischen Kirchen in Lateinamerika zu kämpfen – aber auch mit ihrer Positionierung in einem Umfeld mit verschiedenen religiösen Strömungen. Das berichteten führende Kirchenvertreterinnen und -vertreter aus Brasilien, Costa Rica, El Salvador, Honduras und Nicaragua, die Mission EineWelt am 23. November nach Nürnberg eingeladen hatte.

 

Auf einem „religiösen Markt mit großer Konkurrenz“ müsse sich die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) behaupten, erklärte Dr. Nestor Friedrich. Der vor einem Monat neu gewählte Kirchenpräsident sieht es deshalb als eine wichtige Aufgabe für seine Kirche, konfessionelle Klarheit zu schaffen und zu definieren, was es heißt, in Brasilien lutherisch zu sein. Dabei müsse auch ein konstruktiver Dialog mit anderen Konfessionen und Bewegungen geführt werden, etwa den stark wachsenden charismatischen Gruppen.

 

Auch für die lutherischen Kirchen Zentralamerikas ist die Selbstbehauptung eine große Herausforderung, wie aus Costa Rica, El Salvador, Honduras und Nicaragua zu hören war. Die Kirchen dort wurden erst vor 20 bis 40 Jahren gegründet und verfügen insgesamt nur über etwa 60.000 Mitglieder. Allen Kirchen gemeinsam sei der engagierte Einsatz für die Armen und Unterdrückten, so Bischöfin Victoria Cortez aus Nicaragua. Als die größten Herausforderungen wurde die zunehmende Migration von jungen Menschen genannt, verstärkt auch nach Europa, sowie der Kampf gegen Gewalt und Kriminalität. So berichtete der Generalsekretär der honduranischen Kirche, Hernán Lopéz, dass gewalttätige Jugendbanden, die sogenannten maras, auch die kirchliche Arbeit immer stärker bedrohen.

 

Die Gäste aus Lateinamerika betonten, wie wichtig die Unterstützung der ELKB und der bayerischen Partnerschaftsgruppen mit Beziehungen nach Lateinamerika sei – zum Beispiel bei den zahlreichen gemeinsamen Projekten, bei schneller Hilfe im Katastrophenfall oder im Austausch von Personal etwa über Freiwilligenprogramme. Der hohe Stellenwert der bayerisch-lateinamerikanischen Beziehung wurde auf der Herbstsynode der ELKB vom 21. bis 25. November unterstrichen: Hier wurde die Verlängerung der Partnerschaftsverträge zwischen der ELKB und der lutherischen Kirche Brasiliens um weitere zehn Jahre sowie mit den zentralamerikanischen Kirchen um fünf Jahre besiegelt.

 

Daniela Obermeyer
Eingestellt am 24.11.2010


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