Gut besucht war der Stand von Mission EineWelt, an dem sich die Besucherinnen und Besucher über die Stiftung Weltmission informieren konnten. Foto: Augustana
Gut besucht war der Stand von Mission EineWelt, an dem sich die Besucherinnen und Besucher über die Stiftung Weltmission informieren konnten. Foto: Augustana

Frauen gehen öfter „Stiften“

„Stiften Frauen anders?“ – unter diesem Motto fand am 19. November im Caritas-Pirckheimer-Haus Nürnberg der 2. Ökumenische Stiftungstag statt. Mission EineWelt war mit der Stiftung Weltmission vertreten. Ein Rückblick.

 

Eröffnet wurde die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft der evangelischen Regionalbischöfin des Kirchenkreises Nürnberg, Elisabeth Hann von Weyhern, und des katholischen Stadt- und Regionaldekans Hubertus Förster.

Die Regionalbischöfin stellte mit „Mut zum Leben“ ein konkretes Stiftungsbeispiel vor, das andere unterstützt: Die Stiftung hilft Familien mit behinderten Kindern und Menschen mit einer Behinderung. Hubertus Förster wies auf die Verbindung des Gebens und Stiftens zum Werk Jesu hin, das bis heute in manchen liturgischen Formulierungen als „Stiftung“ bezeichnet werde.

 

Dass „Stiften gehen“ immer attraktiver wird, verdeutlichte die Referentin des Stiftungstages, Professor Barbara Städtler-Mach, Vizepräsidentin der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Nach der Reform des Stiftungsrechts 2007 kamen allein 2009 914 private Stiftungen zu den bundesweit insgesamt 16.000 Stiftungen dazu, etwa ein Viertel davon von Frauen gegründet. Menschen stiften und geben Geld für andere, so Städtler-Mach, weil sie Verantwortung gegenüber Mensch und Natur übernehmen, spezielle Probleme bekämpfen und konkrete Projekte voranbringen möchten. Während Stiftungen bislang eine Männer-Domäne waren, würden inzwischen immer mehr Frauen, vor allem kinderlose, aktiv werden, erklärte die Referentin. 29 Prozent der von Frauen errichteten Stiftungen würden mit einem Grundstockkapital zwischen 50.000 und 100.000 Euro starten. Im Unterschied zu stiftenden Männern käme es Frauen offensichtlich weniger darauf an, dass die Stiftung ihren Namen trägt: Die persönliche Betroffenheit und der daraus resultierende Wunsch zu helfen, sei die größte Motivation. Und noch einen Unterschied gibt es laut Barbara Städtler-Mach bei den weiblichen Stifterinnen: das persönliche Engagement. Zeitgemäßes Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Ähnliches gehöre wie selbstverständlich zur Stiftungsarbeit dazu.

 

In Kurzvorträgen konnten sich die Besucherinnen und Besucher des Stiftungstages anschließend über weitere Themen rund ums Stiften informieren. So referierte Wilhelm Popp vom Kompetenzzentrum Fundraising der Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenstelle Ansbach über die Grundlagen und Voraussetzungen zur Gründung einer Stiftung. Die beiden Stifterinnen Gertrud Ochs und Sieglind Steinhagen berichteten, welche Motive sie bei der Gründung ihrer Stiftungen bewegt haben und wie sie damit die Arbeit der Rummelsberger für junge und alte Menschen unterstützen – nicht nur auf finanzielle Art. Auch über testamentarisches Stiften und Treuhandstiftungen wurde informiert.

 

Während des gesamten Stiftungstages präsentierten sich zudem verschiedene Stiftungen und Einrichtungen mit Informationsständen, an denen sich viele Einzelgespräche rund ums „Stiften“ ergaben. Cornelia Kammerbauer, Referentin für Fundraising und Marketing bei Mission EineWelt, vertrat die Stiftung Weltmission. Diese unterstützt weltweit dort Projekte von Mission EineWelt, wo keine ausreichende, nachhaltige Finanzierung vorhanden ist, aber dauerhafter Handlungsbedarf besteht. Bei Interesse an der Stiftung Weltmission steht der Zweite Vorsitzende, Jochen Kronester, Referent für Finanzen und Verwaltung bei Mission EineWelt, für Rückfragen zur Verfügung (jochen.kronester(at)mission-einewelt.de).

 

Daniela Obermeyer

Eingestellt am 1.12.2010