Ein Dach aus Holz und Stroh – so sehen viele Kirchen im Kongo aus. Foto: Michael Wild
Ein Dach aus Holz und Stroh – so sehen viele Kirchen im Kongo aus. Foto: Michael Wild
Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung der ELKB konnten bereits etliche Kirchengebäude fertig gestellt werden. Foto: Philippe Decourt
Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung der ELKB konnten bereits etliche Kirchengebäude fertig gestellt werden. Foto: Philippe Decourt

Ein Dach für die Kirche

Wie die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) über Mission EineWelt die Partnerkirche im Kongo unterstützt.

 

Ein umfangreiches Bauprogramm, Ausbildungsförderung für Frauen und der Kampf gegen Aids sind die wichtigsten Projekte, die die lutherische Kirche im Kongo gerade beschäftigen. Wie dabei die Unterstützung der ELKB ankommt, davon machte sich der Afrika-Referent von Mission EineWelt, dem Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der bayerischen Landeskirche, im Herbst ein Bild vor Ort.

 

In der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo (EELCo) fehle es vielerorts an Kirchen, erklärte Afrika-Referent Reinhard Hansen. Das sei für die Gemeinden vor allem deshalb ein Problem, weil sie die Kirchengebäude universal für das öffentliche Leben nutzen, beispielsweise vormittags für Schulunterricht, nachmittags für Jugend- und andere Gruppen. Häufig würden die Gemeinden deswegen beginnen, eine Kirche in Eigenregie hochzuziehen: Gebrannte Ziegel, Sand, Steine für die Fundamente und ihre Arbeitskraft würden sie dabei selbst zur Verfügung stellen. Auch das beim Bau benötigte Wasser, was besonders schwierig sei, da es die Frauen der Gemeinden oft kilometerweit herbeitragen müssen. Was nicht beigesteuert werden kann – Zement, Baustahl, Dachbleche – wird aus einem auf fünf Jahre angelegten Bauprogramm der ELKB finanziert. Das Programm greife gut, berichtete Reinhard Hansen. 15 Gebäude wurden im Rahmen dieser Zusammenarbeit bereits ganz oder teilweise fertig gestellt, von der Bauqualität der besichtigten Kirchen sei er positiv überrascht.

 

Die Förderung der theologischen Ausbildung von Frauen sei ein weiteres wichtiges Projekt der Kirche, so Hansen weiter. Entsprechend geschulte Frauen können kirchliche Gruppen leiten, Sozialprojekte begleiten und würden so ein Rückgrat für die Gemeinde bilden. Die EELCo hat deshalb an ihrer theologischen Ausbildungsstätte in Kimbeimbe dreimonatige Kurse für Frauenleiterinnen eingerichtet. Die laufenden Kosten dafür, die die Frauen nicht selbst aufbringen können, werden teilweise von der ELKB getragen. Außerdem unterstützt die bayerische Landeskirche die Bemühungen, geeignete Unterkünfte für die Teilnehmerinnen zu schaffen.

 

Als weitere wichtige Zukunftsaufgabe für die kongolesische Kirche nannte der Afrika-Referent den Kampf gegen HIV und Aids. Anders als in den Nachbarländern fehle es im Kongo häufig an Grundwissen über Ansteckung, Ausbruch und Verlauf der Krankheit, da viele Informationen die Menschen in den weit verstreuten Gebieten nicht erreichen. „Die Kirche jedoch kommt mit ihren Strukturen bis in die Dörfer hinein an diese Leute heran. Deswegen unterstützt die ELKB über Mission EineWelt seit mehreren Jahren kirchliche Projekte zur Aidsaufklärung“, so Reinhard Hansen. Diese sollen in Zukunft auch ausgebaut werden.

 

Daniela Obermeyer

Eingestellt am 2.12.2010