Der Preisträgerfilm „Talleres Clandestinos“ beschreibt das Schicksal einer jungen Bolivianerin in einer Nähfabrik. Foto: Menschenrechts-Filmpreis
Der Preisträgerfilm „Talleres Clandestinos“ beschreibt das Schicksal einer jungen Bolivianerin in einer Nähfabrik. Foto: Menschenrechts-Filmpreis

Verleihung des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises

Zum siebten Mal wurde am 4. Dezember der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis verliehen. Mission EineWelt gehört zum Veranstalterkreis, in dem insgesamt 18 kirchliche und nichtkirchliche Organisationen der Menschenrechts-, Bildungs-, Kultur- und Medienarbeit vertreten sind.

 

In den fünf Kategorien Profi, Kurzfilm/Magazinbeitrag, Filmhochschule, Amateur und Bildungspreis wurden insgesamt 284 Produktionen eingereicht – eine Steigerung um 25 Prozent im Vergleich zur letzten Preisverleihung 2008. Die fünf Preisträgerfilme beleuchten ein breites Feld an Menschenrechtsthemen: Ein Dokumentarspiel über einen sudanesischen Flüchtling, der 1999 bei seiner Abschiebung vom Frankfurter Flughafen zu Tode kam, wurde ebenso geehrt wie ein Drama über eine junge Bolivianerin, die in einer Nähfabrik arbeitet. Ein Themenschwerpunkt dieses Jahr war die Situation von Kindern aus menschenrechtlicher Perspektive im In- und Ausland, etwa das Schicksal von Minderjährigen mit Migrationsgeschichte oder das Thema Kinderarmut. Laut den Veranstaltern verstärke sich damit ein Trend, der bereits vor zwei Jahren sichtbar wurde.

 

Der Veranstalterkreis hat für die Bewertung der Filme drei Jurys mit Vertreterinnen und Vertretern aus Medien, Menschenrechtsarbeit und Bildung berufen. Diese beurteilten die Produktionen unter anderem auch danach, welche Möglichkeiten sie zum Einsatz in der Jugend- und Erwachsenenbildung haben könnten. Etwa 500 Gäste aus Politik, Kultur, Kirchen und der Wirtschaft verfolgten die Preisverleihung in der Nürnberger Tafelhalle. Kabarettist und Fernsehmoderator Christoph Süß führte durch die Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft der ehemaligen Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes, Prof. Dr. Jutta Limbach, stand.

 

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wird seit 1998 im zweijährigen Rhythmus verliehen. Er zeichnet herausragende Film- und Fernsehproduktionen aus, die sich der Menschenrechtsthematik annehmen. Die diesjährigen Preisträgerfilme werden im Rahmen einer „Langen Nacht des Menschenrechtsfilms“ in drei Städten gezeigt: am 9. Dezember 2010 in Bonn, am 16. Dezember 2010 in Berlin und am 20. Januar 2011 in München.

 

Daniela Obermeyer

Eingestellt am 6.12.2010