Ein Jahr lang haben sich die MiSüNo-Teilnehmenden theologisch weiterqualifiziert und dabei über die lutherische Kirche in Deutschland gelernt. Foto: MEW
Ein Jahr lang haben sich die MiSüNo-Teilnehmenden theologisch weiterqualifiziert und dabei über die lutherische Kirche in Deutschland gelernt. Foto: MEW

„Fremdenführer“ in deutscher Kirche und Kultur

Acht neue Gemeindeleiterinnen und -leiter für Migrationsgemeinden in Deutschland wurden 2010 bei Mission EineWelt ausgebildet.

 

„Mission Süd-Nord“ (MiSüNo) heißt das einjährige Kursangebot von Mission EineWelt, mit dem sich Leiterinnen und Leiter von Gemeinden anderer Sprache und Herkunft in Süddeutschland weiterbilden können. Ende November fand nun für die acht Teilnehmenden des MiSüNo-Jahrgangs 2010 ein interkultureller Abschluss-Gottesdienst statt.

 

MiSüNo wird von Mission EineWelt in Kooperation mit der Badischen, Pfälzischen und Württembergischen Landeskirche angeboten. Migrantinnen und Migranten, die in Deutschland christliche Gemeinden gründen, sollen durch den Kurs bei der Gemeindearbeit unterstützt und befähigt werden, ihre missionarische Tätigkeit im deutschen Kontext auszuführen. Der Kurs richtet sich an Pastorinnen und Pastoren, aber auch an Laien-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In neun Kurseinheiten werden unter anderem Themen behandelt wie „Das Leben in einer interkulturellen Situation“, „Gemeindeaufbau im Reich Gottes“ oder „Die missionarische Aufgabe der Gemeinde“.

 

Der Gottesdienst bei Mission EineWelt in Neuendettelsau markierte zugleich den Dienstbeginn der frischgebackenen Gemeindeleiterinnen und -leiter, die unter anderem aus Nigeria, Taiwan, Eritrea und Vietnam stammen. Dr. Claudia Jahnel vom zuständigen Referat Mission Interkulturell überreichte ihnen ihre Zertifikate. Zahlreiche Gäste nahmen an der Veranstaltung teil, darunter Familienangehörige, Mitglieder aus den Gemeinden und auch ehemalige MiSüNo-Absolventinnen und -Absolventen. Die Predigt hielt Emmanuel Kileo von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania, der im Auftrag von Mission EineWelt in Kaufbeuren arbeitet. Für musikalische Begleitung sorgte der afrikanische Gospelchor „Les Ambassadeurs pour Christ“ aus Ansbach und die Nürnberger Gruppe „Armée de l´Eternel“.

 

Bereits zum vierten Mal fand der theologische Aus- und Fortbildungskurs statt. Insgesamt wurden bisher 55 Leute für ihre Aufgabe als interkulturell tätige Missionare und Missionarinnen qualifiziert – in Afrika, Asien und speziell in Europa, wo die meisten von ihnen bleiben werden. Dr. Moritz Fischer, der MiSüNo bei Mission EineWelt betreut, freut sich, dass dieses in der evangelisch-lutherischen Kirche im süddeutschen Raum einzigartige Projekt so gut angenommen wird. Positive Stimmen aus dem Kurs geben ihm recht, wie die eines Teilnehmers aus Nigeria: „Was mir insbesondere bei MiSüNo gefällt, ist die Integration und die Lehre. In diesem Kurs treffen ich Mitchristen, die mir helfen, die deutsche Kirche und Kultur zu verstehen.“ 2012 startet ein neuer Kurs. Bis dahin wird im April nächsten Jahres ein Vertiefungsmodul angeboten, das auch neuen Interessierten offen steht.

 

Daniela Obermeyer

Eingestellt am 21.12.2010