Logo der "Aktion fair spielt"

Aufruf an die Spielzeugbranche: Nachhaltig produzieren!

Ökumenisches Bündnis mit Beteiligung von Mission EineWelt fordert faire Regeln in der Spielzeugproduktion.

 

Die „Aktion fair spielt“, ein breites Bündnis kirchlicher Organisationen, fordert anlässlich der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg, dass sich die Spielzeugindustrie stärker auf nachhaltige Produktionsbedingungen verpflichtet. Mission EineWelt ist über das Nürnberger Bündnis Fair Toys an der Aktion beteiligt.

 

Unter dem Motto „Toys go green“ stellt die diesjährige Spielwarenmesse das Thema „Nachhaltigkeit“ in den Fokus und will damit Hersteller und Händler ermutigen, nachhaltiger zu handeln – von ökologischen Materialien, innovativen Verpackungen über die Vermittlung von Nachhaltigkeit durch das Spielkonzept bis hin zu sozialer Verantwortung in der Lieferkette. Dass die Branche dieser Ermutigung durchaus bedarf, zeige laut der „Aktion fair spielt“ die durch das Bündnis durchgeführte Firmenumfrage zur Beteiligung an Programmen für bessere Arbeitsbedingungen in den Spielzeugfabriken in Fernost: 242 Spielzeughersteller und -händler waren diesmal in die jährliche Fragebogenaktion einbezogen. Davon hätten gerade einmal 53 Firmen Auskunft gegeben – deutlich weniger als in den Vorjahren.

 

Bei der Umsetzung des Verhaltenskodexes des Weltverbandes der Spielzeugindustrie (ICTI) gebe es keine Fortschritte, im Gegenteil, so die „Aktion fair spielt“: Im Vergleich zu Anfang 2009 sei die Zahl der Firmen, deren chinesische Zulieferer alle nach dem Kodex zertifiziert sind, von 25 auf 21 Prozent zurückgegangen. Der Anteil der Unternehmen, von deren chinesischen Lieferanten mindestens die Hälfte ein Zertifikat vorweisen kann, hätte sich von knapp 40 auf 29 Prozent verringert. Auch der Deutsche Verband der Spielwaren Industrie hatte laut der „Aktion fair spielt“ vor drei Jahren beschlossen, dass jedes Mitglied, das aus China Ware bezieht, an dem ICTI-Programm teilnehmen oder auf andere Weise menschenwürdige Arbeitsbedingungen nachweisen muss. Wer sich weigert, sollte aus dem Verband ausgeschlossen werden können. Bisher habe man die Verweigerer aber gewähren lassen.

 

Jürgen Bergmann vom Nürnberger Bündnis Fair Toys fordert entschiedenere Schritte in Richtung Nachhaltigkeit: „Es ist gut, wenn Firmen auch ihre ökologische und soziale Verantwortung wahrnehmen. Dass sich nur 58 der knapp 2700 Aussteller an ‚Toys go green‘ beteiligen, zeigt aber, dass das Thema in der Branche noch eine Nebenrolle spielt. Solange nicht einmal brancheneigene Programme wie der ICTI CARE-Prozess von den Unternehmen konsequent genutzt werden, kann von einer ernst zu nehmenden Trendwende in Richtung Nachhaltigkeit nicht die Rede sein.“

 

Neben dem Nürnberger Bündnis Fair Toys sind Misereor, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB) und die Werkstatt Ökonomie Träger der „Aktion fair spielt“.

 

Daniela Obermeyer

Eingestellt am 2. Februar 2011