Landwirtschaft der Zukunft

Benedikt Haerlin hat am Weltagrarbericht mitgeschrieben. Foto: Mission EineWelt
Benedikt Haerlin hat am Weltagrarbericht mitgeschrieben.
Mehr als 200 Zuhörer drängten sich im Saal in Herrieden, viele mussten stehen. Foto: Mission EineWelt
Mehr als 200 Zuhörer drängten sich im Saal in Herrieden, viele mussten stehen. Fotos: Mission EineWelt

 

Weltagrarbericht in Herrieden vorgestellt – Mission EineWelt Mitveranstalter

 

 

„Weiter wie bisher ist keine Option.“ So lautet das Resümee des Weltagrarberichtes, an dem über 500 Wissenschaftler im Auftrag von UNO und Weltbank sechs Jahre lang geschrieben haben. Benedikt Haerlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft saß im Aufsichtsrat und hat in Herrieden die alarmierenden und unbequemen Ergebnisse vorgestellt.

 

Die Tatsache, dass die Mehrzahl der Hungernden auf dem Land lebt - die Hälfte davon Bauern - hat viele der mehr als 200 Zuhörer überrascht. Denn, wie Benedikt Haerlin zeigte, würden die weltweiten Lebensmittel eigentlich für 12 Milliarden Menschen reichen. Würden, denn nur knapp die Hälfte wird direkt für Nahrung verwendet. Der Rest wird zu Viehfutter, als Energie- oder Industrierohstoff verarbeitet.

 

Benedikt Haerlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft (Berlin) diskutiert den Weltagrarbericht in Herrieden. Foto: Mission EineWelt
Benedikt Haerlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft diskutiert den Weltagrarbericht in Herrieden. Foto: Mission EineWelt

Die aktuelle Situation ist zunächst widersprüchlich: Auf der einen Seite Rekordernten, auf der anderen steigender Hunger. Das bedeutet, in der Landwirtschaft kann es nicht nur darum gehen, möglichst viele Nahrungsmittel zu produzieren. Hunger könne nur beseitigt werden, so Haerlin, wenn Bauern und Staaten die Möglichkeit erhalten, sich in selbstbestimmter Weise zu versorgen und nicht unter dem Diktat eines immer steigenden Wachstums stehen. Auch hierzulande leiden Betriebe unter diesem Wachstumszwang: In den letzten 20 Jahren musste die Hälfte von ihnen aufgeben. Viele seien verschuldet und könnten die hohe Arbeitsbelastung nicht mehr schaffen.

 

In der anschließenden Diskussion machte Benedikt Haerlin dem zumeist bäuerlichen Publikum Mut, sich aktiv für eine zukunftsfähige Ausrichtung der neuen EU-Agrarpolitik einzusetzen. Denn er ist sich sicher, dass Verbraucher zu mehr globaler Gerechtigkeit beitragen können. Landwirte ihrerseits leisten seiner Ansicht einen wesentlichen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz sowie den Erhalt der Artenvielfalt.

 

Eingeladen zu dem Vortragsabend hatte ein breites Bündnis aus Mission EineWelt, dem Evangelischen Bildungszentrum Hesselberg, der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Ansbach, dem Dekanat Ansbach und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Das Interesse war so groß, dass rund 50 der über 200 Zuhörer vor Veranstaltungsbeginn unverrichteter Dinge wieder gehen mussten, weil der Saal bereits überquoll.

 

Angela Müller/Jentsch

 

eingestellt am 24. Februar 2011