Hollmann Morris (Mitte) erhielt in diesem Jahr den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Foto: Julia Ratzmann
Rund 350 Tische bildeten 2011 die Nürnberger Friedenstafel. Foto: Julia Ratzmann

Friedenstafel und Menschenrechte

Mission EineWelt bei der Nürnberger Friedenstafel

 

„Wir als Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern unterstützen ihre wertvolle Arbeit und wünschen ihrem Land das Beste“. Das konnte Direktor Peter Weigand bei der Nürnberger Friedenstafel am vergangenen Sonntag dem kolumbianischen Journalisten Hollmann Morris und seiner Familie zurufen.

 

Morris war am Vormittag im Nürnberger Opernhaus mit dem alle zwei Jahre verliehenen „Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis“ geehrt worden. Er erhielt die Auszeichnung für seine mutige Berichterstattung über die in Kolumbien herrschende Gewalt und die andauernden Menschenrechtsverletzungen. In Zeitungsartikeln, Kurzfilmen und mit seiner Fernsehsendung „Contravia“ (dt. Gegen den Strom) informiert Hollmann engagiert unter Einsatz seines Lebens. Dafür musste er im vergangenen Jahr mitsamt seiner Familie ins amerikanische Exil gehen.

 

Die Stadt Nürnberg feierte mit Morris nach der Preisvergabe bei der „Nürnberger Friedenstafel“, einem Freiluftpicknick der besonderen Art zwischen Kornmarkt und Jakobskirche. An der rund 800 Meter langen Tafel mit ihren 350 weiß gedeckten Tischen hatten über 3.000 Bürgerinnen und Bürger Platz genommen. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel ließen sie sich die mitgebrachten Köstlichkeiten aus aller Welt schmecken.

 

Ziel des gemeinsamen Mahls ist es, ein Zeichen für Frieden, Toleranz und die Achtung der Menschenrechte zu setzen. Mission EineWelt ist über die partnerschaftlichen Beziehungen unter anderem zu Brasilien, Argentinien und Chile eng mit dem lateinamerikanischen Kontinent verbunden und engagiert sich seit Jahren für die Bewahrung der Menschenrechte. Das ausliegende Infomaterial über die Arbeit von Mission EineWelt und die Unterschriftenlisten zur Finanztransaktionssteuer boten Gelegenheit, mit Nachbarn an anderen Tischen und mit dem vorbeiflanierenden Publikum inklusive des Preisträgers und seiner Familie ins Gespräch zu kommen.

 

Zum Abschluss der Friedenstafel ließen die Teilnehmenden unter dem Klang lateinamerikanischer Salsa-Musik hunderte von rot-weißen Luftballons in den Himmel steigen. Sie sollen die Wünsche der Teilnehmenden nach Gerechtigkeit und Frieden in die Welt hinaustragen.

 

Julia Ratzmann

eingestellt am 26. September 2011