Hermann Spingler bei seinem Vortrag. Foto: Mission EineWelt
Zum Symposium war der Johann-Flierl-Saal vollbesetzt, benannt nach dem ersten Missionar in Papua-Neuguinea. Foto: Mission EineWelt

Rückblick und viagra sales worldwide Ausblick 

Symposium zu 125 Jahre Lutherische Mission und purchase viagra online without prescription Kirche in Papua-Neuguinea

 

Mit einem dreitägigen Symposium zu „125 Jahre Lutherische Mission und Kirche in Papua-Neuguinea“ beendete Mission EineWelt seine diesjährigen Veranstaltungen zur Erinnerung an den Beginn lutherischer Missionsarbeit 1886 in Papua-Neuguinea durch den oberpfälzischen Pioniermissionar Johann Flierl. Rund 90 Interessierte, darunter viele ehemalige Neuguinea-Missionare, nahmen an den Vorträgen, Diskussionen und generic viagra tab geistlichen Impulsen teil.

 

Auftakt der Veranstaltung war ein in der Landessprache Tok Pisin gehaltener Vortrag von Pfarrer Robert Gesungtau, dem Regionalpräsidenten des Kirchenkreises Mumeng, der schlaglichtartig die aktuelle Situation der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea beleuchtete. Aus welch schwierigen Anfängen sich die heute rund 1,2 Millionen Gläubige umfassende lutherische Kirche entwickelte, konnten die Symposiumsteilnehmenden dann in der Ausstellung von Mission EineWelt „Mi stori - Frauen erzählen Geschichte“ erfahren. Porträts von Missionarsfrauen, aber auch von Frauen, die mit eigenem Dienstauftrag ausreisten, von den Anfängen der Missionsarbeit bis in die Gegenwart hinein geben in dieser Ausstellung Zeugnis von den Widrigkeiten, aber auch den positiven Erfahrungen der Frauen, die maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Missionsgeschichte haben.

 

Eine der „mitausgereisten Ehefrauen“ übernahm den geistlichen Impuls am Samstagmorgen. Die Neuguineerin Lucy Kumer ist als erste diplomierte Theologin mit ihrem Mann Walon, einem Pfarrer, derzeit in Deutschland im Dekanat Fürstenfeldbruck, um im Rahmen des Süd-Nord-Austausches von Mission EineWelt Impulse aus ihrer Heimat in die deutsche Gemeinde einzuspeisen. Kumer sprach bei ihrem anschließenden Vortrag über die Arbeit von und viagra sales mit Frauen in der lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea. Mit Hilfe der traditionellen Netzsäcke („Bilum“) erklärte sie, wie die Netzwerkarbeit unter den Frauen in den Dörfern, aber auch in den Städten funktioniert. Das Bilum begleitet die Frauen von der Geburt bis zum Tod und prices viagra generic bietet ihnen symbolisch durch die feste Verknüpfung der Fäden ein tragbares Netz voll Vertrauen und cialis online canada Mitgefühl mit den Trägern und buying viagra Trägerinnen anderer Bilums.

 

Wie sehr auch die Frauen die Missionsgeschichte geprägt haben, machten zwei weitere Vorträge klar. Die deutsche Missionarin Irmgard Horndasch, Begründerin der Frauenarbeit im Kâte-Distrikt ab den 1950er Jahren, erklärte, unter welch schwierigen Umständen sie die heute als „Wok Meri Training Centre“ fest etablierten Mädchen- und Frauenschulen aufbaute. Ohne Budget, ohne Logistik, ohne einen Lehrplan oder gar feste Häuser, war Horndasch oft tagelang zu Fuß im Busch unterwegs, um mit Frauen die Bibel zu lesen und cialis on line pricing in canada sie in ganz praktischen Alltagsdingen wie Hygiene und viagra dosage Ernährung zu unterrichten.

 

Besonders schwer hatte es aber auch die erste Frau in der Mission, Beate Maria Luise Flierl, die australische Ehefrau des ersten Neuendettelsauer Neuguinea-Missionars Johann Flierl. Sie kämpfte unter schwierigsten klimatischen Bedingungen nicht nur um die Gesundheit ihrer in Neuguinea geborenen vier Kinder, sondern musste sich auch noch um die ehelosen Missionare kümmern, die zu Beginn ihrer Tätigkeit stets einige Zeit der Eingewöhnung auf dem Sattelberg verbrachten. Susanne Froehlich, Geschichtswissenschaftlerin und buy viagra next day delivery Ur-Ur-Enkelin von Luise Flierl, zeichnete das Porträt einer Frau, die zeitlebens gehorsam ihrem Mann gefolgt war und viagra overnight delivery nur wenig Möglichkeiten der heute viel gepriesenen „Selbstverwirklichung“ hatte. Von Luise Flierl existieren kaum schriftliche Aufzeichnungen, so musste sich Froehlich bei ihren Recherchen auf den umfangreichen Nachlass von Johann Flierl stützen, der die Leistungen seiner Frau im Haushalt, dem großen Garten, der Erziehung der Kinder und viagra generic canada der Betreuung des ständig wechselnden Hauspersonals nur am Rande erwähnte.

 

Wie sehr die Flierls auch Kinder ihrer (politischen) Zeit waren, hatte am Morgen der Vortrag des Historikers Professor Hermann Hiery von der Universität Bayreuth gezeigt. Er erklärte den Zusammenhang zwischen der deutschen Kolonialgeschichte und viagra on line der Mission und konnte aufzeigen, dass die kirchliche Arbeit erst mit Beginn der deutschen Kolonialzeit 1884/1885 Fahrt aufnahm. Zwar gab es bereits seit 1820 Deutsche in der Südsee, die als Händler für die Deutsche-Neuguinea-Compagnie arbeiteten, doch war diese Handelsgesellschaft äußerst kirchenfern eingestellt. Hiery fragte, wie die Einheimischen auf die Missionare reagiert hätten und how much cialis stellte fest, dass diese zunächst nur Interesse an den technischen Errungenschaften und an den Gebrauchsgegenständen der lutherischen Missionare gezeigt hätten. So ist auch der geringe Gottesdienstbesuch zu Beginn der Missionsarbeit zu erklären. Erst als die Missionare auf den Trick verfielen, die Kinder durch kleinere Geschenke wie Tabak (für die Eltern) oder Stifte in die Schulen und später dann in die Gottesdienste zu locken, kam der Missionsprozess in Gang. Trotzdem sollte es 13 Jahre bis zur ersten Taufe von Einheimischen dauern.

 

Hiery schilderte auch eindrücklich die „Dürrezeit“ der Mission nach der Etablierung der australischen Verwaltung 1914, in deren Folge nahezu alle lutherischen und katholischen Missionare das Land verlassen mussten. Zwar kamen die Missionare mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund 1926 zurück nach Neuguinea, doch gab es mit dem Zweiten Weltkrieg eine erneute Ausweisung und Internierung in Australien, später gar die massenhafte Tötung vor allem katholischer Missionare durch die japanischen Besatzer. Erst nach Kriegsende konsolidierte sich die Situation im Land. Die meisten Missionare gingen zurück auf ihre Missionsstationen und nahmen ihre Arbeit wieder auf. Dass sie dabei mit reinen Wort-Predigten nicht weit kamen, schilderte eindrücklich Pfarrer Hermann Spingler, der frühere Direktor des Melanesian Institute in Goroka. Erst durch die Anpassung an das traditionelle neuguineische System von Geben und Nehmen und durch die Orientierung an der Lebenswirklichkeit der Einheimischen sei es gelungen, Menschen für Gott und die Botschaft Jesu zu interessieren, erklärte Spingler.

 

Wie sich die Missionsarbeit hin zu einer echten Kirche auswuchs, das schilderte Pfarrer Dr. Traugott Farnbacher, Referent für Papua-Neuguinea, Pazifik und Ostasien bei Mission EineWelt. Er betonte, dass es den Pioniermissionaren in Neuguinea nicht um die Befriedigung von Neugierde und Abenteuerlust gegangen sei, sondern um die „Frohe Botschaft“, das „Evangelium des Lebens“- Miti, wie es die Einheimischen heute nennen. Das Miti hat die Menschen in PNG aus ihrer Furcht vor den Geistern befreit und ihnen stattdessen den versöhnenden Gott zur Seite gestellt. Dass die Missionare dabei quasi nur „Geburtshelfer“ waren, ist ein wichtiger Aspekt. „Die Menschen in unserer Partnerkirche haben ebenso authentische Segenserfahrungen mit dem Gott der Schöpfung und des Heils gemacht wie wir“, erklärte Farnbacher. Heute sei die ELC-PNG eine eigenverantwortliche Kirche, die in Partnerschaft mit Mission EineWelt eine konkrete Weggemeinschaft erwünscht und autark über theologische, gesellschaftspolitische und soziale Herausforderungen des Landes nachdenkt und dazu Stellung bezieht. Gerade auch im Bereich der Umweltzerstörung durch die Ausbeutung natürlicher Bodenschätze durch multinationale Fremdkonzerne beziehe die Kirche eindeutig Stellung zu ihrem Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung, so Farnbacher weiter.

 

Das Symposium endete mit einer Podiumsdiskussion der Referenten mit Menschen, die sich in Bayern in der Partnerschaftsarbeit mit Papua-Neuguinea engagieren. Tenor der Diskussion war, dass Partnerschaft heute keine Einbahnstraße mehr ist, sondern dass auch Gemeinden hier sehr viel von den Gemeinden am anderen Ende der Welt erfahren und lernen können.

 

Julia Ratzmann

eingestellt am 14. November 2011