Mit 88 Jahren saß Hedwig Hertle noch am Computer in Neuendettelsau, um ihr Buchprojekt in der Wiru-Sprache abzuschließen.

„Ich wollte immer Missionsschwester werden“

Hedwig Hertle starb 99-jährig am Sonntag – Beerdigung in Neuendettelsau

 

Im Alter von 99 Jahren ist am 4. Dezember die frühere Missionarin Hedwig Hertle in Hildesheim gestorben. 40 Jahre lang hat die ausgebildete Krankenschwester in Papua-Neuguinea gelebt und gearbeitet. Schon vor ihrer Hochzeit mit Willi Hertle war die Tochter des früheren Direktors der Missionsanstalt, Rudolf Ruf, in dem südpazifischen Inselstaat ihrem Beruf nachgegangen. „Ich wollte immer Missionsschwester werden“, hat sie einmal erzählt.

 

Nach ihrer Hochzeit war sie gemeinsam mit ihrem Mann auf verschiedenen Missionsstationen tätig und half ihm vor allem bei seiner Übersetzungstätigkeit in die Wiru-Sprache, eine der mehr als 800 Sprachen, die in Papua-Neuguinea gesprochen werden. Diese Übersetzungsarbeit hat sie bis ins hohe Alter nicht losgelassen. Sie galt als letzte Missionarin, die die Wiru-Sprache sprechen kann. Im Alter von 88 Jahren hatte sie noch ein Buchprojekt abgeschlossen, in dem Predigttexte aus den Evangelien und den Briefen der Apostel in die im südlichen Hochland gesprochene Sprache übersetzt und in einem Band veröffentlicht worden sind.

 

Hedwig Hertle war nach ihrem Ruhestand nach Neuendettelsau zurückgekehrt und hat hier viele Jahre gelebt. Die letzten Jahre verbrachte sie bei ihrem Sohn Rudolf in Hildesheim, wo sie jetzt verstarb. Die Beisetzung findet am kommenden Samstag, 10. Dezember, um 13.00 Uhr auf dem Dorffriedhof in Neuendettelsau statt.

 

Helge Neuschwander-Lutz

eingestellt am 5. Dezember 2011