Rund 200 Gästen waren bei den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Tansanias in München. Foto: Reinhild Schneider/Mission EineWelt
Dekan Volker Herbert, Klaus Böhme, Reginald Temu, Pfarrer Manfred Kurth, Pater Philipp Neri Maucher, Ogaufi Masibi, Ali Siwa, Klaus Veeh, Pater Christian Temu, Hans Siemer und Pfarrerin Reinhild Schneider. Foto: Bettina Scriba

„So lange wir Frieden haben, können wir Vieles erreichen“

Fest zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Tansanias in München

 

„Als über 65-Jähriger habe ich schon in der Schule miterlebt, wie es in der Kolonialzeit war, und es ist eine spezielle Freude zu sehen, dass Tansania noch stabil und friedlich ist.“ Reginald Temu, der 1. Vorsitzende des Deutsch-Tanzanischen Freundeskreises, blickte am vergangenen Samstag anlässlich einer Festveranstaltung zu 50 Jahren Unabhängigkeit Tansanias in München zurück: „Diesen Frieden kann man nicht kaufen.“ Wenn der Frieden in seinem Heimatland andauere, dann könne Vieles erreicht werden. Zu dem Fest im Salesianum eingeladen hatten neben dem Deutsch-Tanzanische Freundeskreis, die Erzabtei St. Ottilien, die Botschaft Tansanias und Mission EineWelt.

 

Tanganjika (das Festland) erhielt am 9. Dezember 1961 seine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. Durch den Zusammenschluss mit Sansibar entstand 1964 die Vereinigte Republik Tansania. Die vergangenen 50 Jahre stehen auch für den freundschaftlichen und christlichen Austausch zwischen Deutschland und Tansania. Derzeit gibt es 30 Partnerschaften zwischen evangelisch-lutherischen Gemeinden in Bayern und Tansania. „Wir haben uns immer bemüht ein verlässlicher Partner für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania zu sein, und das möchten wir auch weiterhin sein“, sagte Pfarrer Manfred Kurth vom Partnerschaftszentrums Mission EineWelt, das sich im Auftrag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern seit 49 Jahren in Tansania engagiert.

 

Aus Berlin war der Botschaftsrat Ali Idi Siwa angereist. „Wir haben überlebt. Unser Land ist jetzt politisch stabil und die Wirtschaft wird immer besser. Es gibt andere Länder, die viele Schwierigkeiten bekommen haben, aber wir haben bis jetzt Frieden“. Sein Ausblick auf die nächsten Jahre ist zugleich ein Resümee: „Wir haben nicht alles erreicht, aber wir sind auf dem Weg.“

 

Rund 200 Gäste waren der Einladung ins Salesianum gefolgt. Viele von ihnen engagieren sich seit langem für den Austausch der beiden Länder. Sie bestätigten das bekannte tansanische Sprichwort: „Der Mensch erlangt erst in der Gruppe seine wirkliche Bedeutung.“

 

Unter den Gästen befanden sich auch die stellvertretende Generalkonsulin Ogaufi Masibi der Republik Südafrika, Dekan Volker Herbert aus München, Pater Marinus, Albert Osei-Wusu als Vertreter der African Community sowie Pater Neri von der Benediktinerkongregation St. Ottilien. Professor Meinhard Classen zeigte am Beispiel des kurz vor der Eröffnung stehenden Gastroenterologischen Trainingszentrums in Daressalam, welche Früchte das Engagement in Tansania tragen kann.

 

Bettina Scriba (für Mission EineWelt)

eingestellt am 5. Dezember 2011