Liberia

 

 

Geschichte Liberias

Datierung

Ereignisse

Missions- und Kirchengeschichte

12. Jh.

vereinzelt wandern Stämme im Norden und Osten ein, das Land bleibt dünn besiedelt

ca. 1360

normannische Geschäftsleute landen an der "Pfefferküste" und gründen Handelsniederlassungen 

1461

portugiesische Seefahrer erkunden die Küste, ihnen folgen europäische Händler

1533

katholische Kirche unterstellt Gebiet des heutigen Liberia der Diözese auf den Kap Verden

1822

frei gelassene afro-amerikanische Sklaven werden von der Amerikanischen Kolonialisierungsgesellschaft ins Land gebracht, das Land wird "Liberia" genannt

Methodistische Mission beginnt

26. Juli 1847

Unabhängigkeit Liberias, älteste Demokratie Afrikas

1860

Beginn der Missionsarbeit durch Lutherische Kirche in Amerika (LCA), Morris Officer erster Missionar

1884-85

auf der Berliner Konferenz wird Afrika unter den europäischen Mächten aufgeteilt, Frankreich erhält Teile Liberias, heutige Grenzen werden festgelegt 

1917

Kriegserklärung an Deutschland, Liberia Basis für Alliierte in Westafrika

1926

Produktion von Gummi wächst zu wichtigstem Wirtschaftszweig

1931

amerikanische Liberianer zwingen Einheimische zur - laut Völkerbund - Sklaverei, Rücktritt von Präsident und Vizepräsident 

1936

Abschaffung der Zwangsarbeit

1948

Einheimische und Missionare leiten Kirche gemeinsam

1951

Wahlrecht für Frauen und einheimische Landbesitzer in Präsidentschaftswahlen

1965

Roland Payne erster liberianischer Bischof der Lutherischen Kirche in Liberia (LCL)

12. April 1980

Militärputsch unter Samuel K. Doe, Aufhebung der Verfassung, "People's Redemption Council" wird oberstes Führungsorgan (bis Juli 1984)

1984

auf Druck der westlichen Geldgeber Wiedereinführung politischer Parteien

Ronald J. Diggs Bischof der LCL als Nachfolger von Payne

1985

Doe gewinnt die Präsidentschaftswahlen, weitere Jahre innenpolitischer Instabilität

25. Dezember 1989

Nationalpatriotische Front Liberias (NPFL) unter Charles Taylor putscht gegen Regierung, Beginn des Bürgerkrieges

1990

Ecowas, die Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten und UN senden Friedenstruppen, Doe wird von einer Splittergruppe der NPFL um Prince Johnson ermordet

29. Juli: Massaker an über 600 Menschen, die in der lutherischen Kirche St. Peter in Monrovia Zuflucht gesucht hatten, durch Does Truppen

1992

Machtkämpfe zwischen Friedenstruppen, Rebellengruppen und der liberianischen Armee

1995

Friedensabkommen unterzeichnet

Mai: Sumoward Harris Bischof der LCL, Nachfolger von Diggs

August 1996

Westafrikanische Friedenstruppen beginnen mit Entwaffnungen und Landminensäuberungen, Straßen werden wieder geöffnet

19. Juli 1997

in ersten freien Wahlen nach dem Bürgerkrieg gewinnt Nationalpatriotische Partei (NNP) unter Charles Taylor 

2. August 1997

Taylor wird Präsident des Landes 

1999

Ghana und Nigeria beschuldigen Taylor der Unterstützung von Rebellen in Sierra Leone, Taylor beschuldigt Guinea der Unterstützung von Rebellen im Norden Liberias

September 2000

Kämpfe zwischen liberianischer Armee und Rebellen im Norden des Landes führen zur Vertreibung von Tausenden Menschen in Grenzgebieten 

7. März 2001

UN-Sicherheitsrat erlässt Waffenembargo gegen Liberia, u.a. Verbot von Diamantenhandel mit Rebellen sowie Reisetätigkeit von Regierungsmitgliedern

November 2001

erneute Offensive der Regierungstruppen gegen Rebellen

Januar 2002

mehr als 50.000 Flüchtlinge aus Liberia und Sierra Leone fliehen vor Kämpfen im Norden, im Februar wird Ausnahmezustand verhängt

April 2002

LCL bittet Übersee- Partner um Unterstützung in Friedensbemühungen

September 2002

Taylor hebt achtmonatigen Ausnahmezustand auf, Wiederzulassung von politischen Parteien

November 2002

Bischof Harris von der Lutherischen Kirche in Liberia wird Präsident des Nationalen Kirchenrates

Januar 2003

aufflackernde Kämpfe an der Grenze zur Elfenbeinküste sowie mit Rebellen im Nordwesten

Februar 2003

43.000 liberianische Flüchtlinge kehren wegen der Kämpfe in der Elfenbeinküste zurück

März 2003

Rebellen nähern sich Monrovia bis auf 10 Kilometer

Mai 2003

Erweiterung der UN-Sanktionen gegen Liberia auch auf Tropenholz, Taylors wichtigste Einkommensquelle

Juni 2003

Friedensgespräche in Accra (Ghana), Präsident Taylor werden Kriegsverbrechen wegen seiner Unterstützung der Rebellen in Sierra Leone vorgeworfen 

Juli 2003

Intensive Kämpfe in Monrovia, westafrikanische Gemeinschaft Ecowas stimmt der Entsendung von Friedenstruppen zu 

18. August 2003

Unterzeichnung eines Friedensabkommens in Accra/Ghana,  Taylor geht nach Nigeria ins Exil, Übergangsregierung unter Moses Blah bis Oktober

10. Oktober 2003 

Gyude Bryant - Geschäftsmann und Führer der Oppositionspartei ("liberianische Aktionspartei" LAP) - neuer Übergangs-Staatschef bis zu Neuwahlen Ende 2005

24. April 2004

Harris als Bischof der LCL wiedergewählt

September 2004

Die ersten Flüchtlinge kehren mit Hilfe der UN aus den Nachbarländern nach Liberia zurück

November 2005

In den ersten freien Wahlen für das Präsidentenamt nach dem Ende des Bürgerkrieges gewinnt Ellen Johnson-Sirleaf mit knapp 60 Prozent der Stimmen gegen ihren Herausforderer, den früheren Fußballstar George Weah. Damit ist die Harvard-Absolventin die erste Frau an der Spitze eines afrikanischen Landes

März 2006

Der ehemalige Präsident und Kriegsverbrecher Taylor wird auf Bitten von Präsidentin Sirleaf von Nigeria über Liberia an den Internationalen Gerichtshof in Freetown ausgeliefert, nachdem ein Fluchtversuch aus Nigeria gescheitert war

April 2006

Die letzten Camps für Inlandsflüchtlinge in Liberia werden geschlossen

Harris schließt die Lagergemeinden und sendet sie wieder in ihre Dörfer

Juni 2006

Aus Sicherheitsgründen wird Taylor von Freetown nach Den Haag verlegt, wo am 4. Juni der Prozeß gegen ihn vor dem UN-Tribunal eröffnet wird

Juni 2006

Tropenholz-Embargo der UN aufgehoben

Juli 2006

Öffentliche Stromversorgung in Monrovia in wenigen Stadtteilen wieder in Betrieb

März 2007

Übergangs-Staatschef Bryant festgenommen wegen Korruptionsvorwürfen

April 2007

Diamanten-Embargo der UN aufgehoben

August 2007

Nach Verzögerungsversuchen durch Taylor wird sein Prozess auf Januar 2008 vertagt

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