Brasilien

Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB)

Die Zusammenarbeit mit den Diasporagemeinden Brasiliens, aus denen 1968 die IECLB hervorgegangen ist, reicht bis ins Jahr 1897 zurück, als Pfarrer Otto Kuhr in Rothenburg vom "Verband der lutherischen Gotteskastenvereine" zum Dienst unter den Lutheranern nach Brasilien entsandt wurde.  
Heute zählt man in Brasilien 140 Pastoren und eine Pastorin, die über die damals angelegte Verbindung aus Bayern nach Brasilien kamen. Sie leisteten einen immensen Beitrag zum Aufbau der lutherischen Kirche. Die enge Verbindung zwischen Bayern und Brasilien wurde 1980 durch eine "Partnerschaftsvereinbarung" besiegelt und 2010 zum dritten Mal um weitere 10 Jahre verlängert.
Auf gesamtkirchlicher Ebene arbeiten bayerische Pfarrer/innen in Brasilien und brasilianische Pfarrer/innen in Bayern.
Es bestehen Austauschprogramme von Theologiestudierenden und Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige im "Internationalen Evangelischen Freiwilligendienst" (IEF). Unsere Partnerkirche hält dafür zwölf Einsatzplätze bereit. Erwartet wird die Bereitschaft zu einer einjährigen Mitarbeit in der sozial-diakonischen Arbeit (Kindertagesstätte, Gemeindearbeit, Seniorenheim o.ä.).
Wir unterstützen unsere Partner durch Stipendienprogramme und materielle Hilfen für entwicklungsbezogene Projekte.
Die bayerische Landeskirche unterstützt Projekte in Brasilien. Sie hat dafür Richtlinien erarbeitet, die im Referat Lateinamerika erhältlich sind.
Konkrete Projekte:

  • Hilfe bei Gemeindeaufbau in Diasporasituationen und in großen Städten
  • Hilfe bei der Entfaltung gesamtkirchlicher Aufgaben: Diakonie, Ausbildung, Jugendarbeit.
  • Projektmittel für Integrationsprogramme und Ausbau der Infrastruktur.
  • Zusammenarbeit in Forschung und Lehre (Gastdozenten/Lehrstuhl für Lutherforschung).

 

 

Partnerschaften

Kern der Partnerschaftsbeziehungen heute sind vielfältige gegenseitige Verbindungen von Dekanatsbezirken und Gemeinden, Einzelpersonen und kirchlichen Einrichtungen. Sie sind lebendig in Begegnungsreisen und Briefen, Veranstaltungen und Projekten.


Gegenwärtig bestehen in Bayern etwa 20 Partnerschaften von Dekanaten, Gemeinden und Einrichtungen zu entsprechenden Institutionen in Brasilien.
Die umfangreichsten Partnerschaftsbeziehungen nach Brasilien bestehen zwischen

  • dem lutherischen Gemeindeverband von Rio de Janeiro und dem Dekanat Schweinfurt. Als Projekt unterstützt das Dekanat die Creche (Kindertagsstätte) Bom Samaritano. Hier werden etwa 100 Kinder aus den Favelas Pavão, Pavãozinho und Cantagalo betreut.
  • Dem Indianermissionsrat COMIN (Conselho de Missão entre Índios) und dem Dekanat Sulzbach-Rosenberg. Durch die Partnerschaft wird die Entwicklung des indigenen Gebietes Guarita in Südbrasilien gefördert. Hier leben Indigene des Volkes Kaingang und Guarani unter schwierigsten Verhältnissen. Derzeit wird das Projekt „Beratung in Gesundheit und Ernährung“ unterstütz, das von einem Team des Indianermissionsrat COMIN koordiniert und durchgeführt wird. Mehr darüber erfahren Sie auf der Homepage des Dekanats: http://sulzbach-rosenberg-evangelisch.elkb.net/node/77
  • verschiedenen Gemeinden der IECLB und den Kirchengemeinden Beerbach,  Dachau-Friedenskirche, Eggenfelden, Immenstadt-Blaichach, Kirchensittenbach, Marlesreuth, Nürnberg-St. Johannis, Schwaig sowie der Posaunenchorgemeinschaft Nürnberg und den Bäckerposaunen Nürnberg.

 

Partnerschaftliche Beziehungen zu Verbänden in Brasilien unterhalten auch: Evangelische Jugend in Bayern (Nürnberg), Männerwerk der ELKB (Nürnberg), Verband Evangelische Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker (Nürnberg), Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (Augsburg),  Evangelische Landjugend in Bayern (Pappenheim), Deutscher Evangelischer Frauenbund (München), Amt für Gemeindedienst in Nürnberg, Dekanatschor "Sound of Joy", Hersbruck. 

 

Hinzuweisen ist auf die eigenständige Arbeit des Martin-Luther-Vereins Bayern, der die brasilianische Kirche bei Gemeindegründungsprojekten, in der Publikations- und Öffentlichkeitsarbeit, bei der Arbeit in Kindertagesstätten und Schulen in der missionarisch-diakonischen Arbeit unterstützt.