Chile

Unsere Partnerkirche in Chile

Evangelische Lutherische Kirche in Chile (IELCH)

 

Struktur

10 Gemeinden in Santiago, Concepción, Osorno und Punta Arenas

Kirchenpräsident:

Dr. Gloria Rojas

Statistik

Mitglieder: 3.000
Theologische Mitarbeiter:
9 ordinierte Pfarrer, 2 Pfarrerinnen
40 Freiwillige aus Deutschland, die in den Sozialprojekten ein freiwilliges soziales Jahr leisten

Schwerpunkte/Arbeitsfelder

Vom wirtschaftlichen Wachstum Chiles profitieren nur Wenige, die außerordentlich hohe Einkommens- und Vermögensdisparität ist ein weiterhin ungelöstes ökonomisches und soziales Problem. Die IELCH sieht sich deshalb dazu gerufen, unter den Armen und Unterdrückten zu arbeiten. Die 10 Gemeinden der IELCH befinden sich mehrheitlich in Armenvierteln.

In der Hauptstadt betreut die IELCH beispielsweise zwei sozialdiakonische Projekte in den Armenvierteln Villa O`Higgins (La Florida) und La Bandera (San Ramon): zwei Kindertagesstätten, eine Schule von der 1. - 8. Klasse, zwei Gemeindezentren, eine Selbsthilfegruppe für Männer und ein Beratungsbüro für Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden. Das diakonische Werk kommt 220 Kindern im Kindergarten, 140 Jugendlichen in verschiedenen Gruppen, 400 Schulkindern und 200 Frauen zugute.

Für die IELCH gibt es einige besondere Aspekte des gemeinsamen Lebens, die sie als lutherische Kirche charakterisiert:

 

  • Aktive Beteiligung von "Laien" ("Allgemeines Priestertum aller Gläubigen")
  • Demokratische Organisation
  • Gleichstellung der Geschlechter
  • Ökumenische Berufung
  • Engagement mit prophetischer Stimme: Die Kirche verkündigt den barmherzigen Gott und klagt alles, was gegen seinen Willen verstößt, an.

Geschichte

  • 1860: Deutsche Evangelische emigrieren nach Chile und lassen sich im südlichen Teil des Landes nieder. Sie gründen erste Gemeinden, um ihren evangelischen Glauben zu feiern und auszuüben. Gottesdienste dürfen auf Anordnung der chilenischen Regierung nur in deutscher Sprache abgehalten werden, um chilenische Katholiken nicht mit den "Häresien" der Einwanderer anzustecken. Pfarrer kommen aus Deutschland, direkte Beziehung zu Landeskirchen in Deutschland. 
  • 1925: Proklamation der Trennung von Staat und Kirche in einer neuen Verfassung ermöglicht die Entstehung von nicht-katholischen Kirchen
    Gründung Deutsche Evangelische Kirche in Chile. Abschluss eines Vertrages mit der EKD, der das zwischenkirchliche Verhältnis regelt.
  • 1959: Namensänderung in "Iglesia Evangélica Luterana en Chile" 
    (IELCH), um sich stärker in die chilenische Gesellschaft zu integrieren. Spanisch wird als Sprache im Gottesdienst eingeführt.
  • 70er Jahre: Während der Regierung von Salvador Allende arbeitet die IELCH unter den Marginalisierten, Verfolgten und ökonomisch Unterdrückten
  • 1973: Nach dem Militärputsch gründet Bischof Helmut Frenz zusammen mit Leitern anderer christlicher Kirchen das "Flüchtlingskomitee" und später das "Komitee für den Frieden".
  • 1975: Spannungen in der IELCH aufgrund des politischen Engagements von Bischof Frenz und Forderung seines Rücktritts. Ein kleinerer Teil der Kirche erklärte sich solidarisch mit den Gefolterten, Ermordeten und Entführten des Regimes unter General Augusto Pinochet, der größere Teil der Mitglieder befürwortete das Eingreifen des Militärs. Ende 1974 kommt es deshalb zum Bruch. Zehn Gemeinden verlassen die IELCH und gründen 1975 die ILCH (Iglesia Luterana de Chile). Heute zählt die ILCH 12.000 Mitglieder. 
    Inzwischen gibt es wieder viele gute Kontakte und hoffnungsvolle Schritte beider Kirchen aufeinander zu.

Perspektiven:

Versöhnungsarbeit zwischen der IELCH und der ILCH. Beide Kirchen stehen durch den Rat der Lutherischen Kirchen in Chile (CILCH) in einem regelmäßigen Dialog miteinander. Im  April 2005 fand ein gemeinsamer Kirchentag der IELCH und der ILCH statt.
Trotz der von beiden Seiten gewünschten Einheit ist es bis zu einem erneuten Zusammenschluss beider Kirchen noch ein weiter Weg, haben sich doch die beiden Kirchen in den letzten 25 Jahren sehr unterschiedlich entwickelt.
Im Gegensatz zur weitaus kleineren IELCH finanziert sich die ILCH weitgehend selbst, die IELCH ist auf Hilfe und Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. Die ILCH-Mitglieder gehören vor allem zur Mittel- und Oberschicht, während die IELCH sich auf die Arbeit unter den Ärmsten konzentriert.

Adresse:

Iglesia Evangélica Luterana en Chile (IELCH)
P.O. Box 167-11
Pedro de Valdivia 3420, depto. H 33
Nuñoa, Santiago
Chile
Telefon 0056  2-223 31 95
Telefax 0056  2-205 21 93
E-Mail: presidencia(at)ielch.cl
secretaria(at)ielch.cl