Kirchenpräsident Dr. Walter Altmann aus Brasilien

Brasilianischer Kirchenpräsident kritisiert Konsumverhalten des Nordens

 

Mission EineWelt unterzeichnet Brief an Bundeskanzlerin

(15. Mai 2008) Kritisch zum deutsch-brasilianischen Abkommen über eine Ausweitung der Agrospritproduktion hat sich der brasilianische lutherische Kirchenpräsident Dr. Walter Altmann geäußert. Entscheidend für die Ausweitung sowohl des Zuckerrohr- und Maisanbaus zur Ethanolherstellung als auch von Sojaplantagen zur Intensivierung der Viehzucht seien die Konsumgewohnheiten der Industrienationen, die von Schwellenländern wie Brasilien, China und Indien zunehmend nachgeahmt würden.

 

In seiner Stellungnahme an Mission EineWelt unterstreicht der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) die Sorge seiner Kirche angesichts der Expansion von Monokulturen weltweit, die letztlich die Zerstörung der Umwelt, Landflucht und wachsende Elendsviertel in den Städten nach sich ziehen. "Stattdessen fördern unsere Projekte die familiären Bauernbetriebe, die sich dem Bioanbau von Nahrungsmitteln widmen", so Altmann, der auch Vorsitzender des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) ist. Über Mission EineWelt unterhält die bayerische Landeskirche enge Partnerbeziehungen zur lutherischen Kirche in Brasilien.

 

Mission EineWelt hatte gemeinsam mit kirchlichen Hilfswerken und entwicklungspolitischen Verbänden das Energieabkommen zwischen Deutschland und Brasilien kritisiert, das beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Brasiliens Präsident Lula da Silva unterzeichnet worden ist. In einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin, der auch von Mission EineWelt mit unterzeichnet wurde, äußerten Organisationen wie Brot für die Welt, Evangelischer Entwicklungsdienst, Misereor, Fian und Oxfam ihre Sorge angesichts einer steigenden Agrotreibstoff-Produktion zu Lasten der Kleinbauern und der Umwelt.

 

Den Brief an die Bundeskanzlerin können Sie hier nachlesen.