Solange Yumba
Solange Yumba, Partnerschafts-koordinatorin der ELCCo
Umba Ndolo
Umba Ndolo, Finanzsekretär der ELCCo

Kleine Kirche für riesiges Land

 

 

Besuch aus dem Kongo festigt Partnerschaft

(20. Juni 2008) Auf Einladung von Mission EineWelt sind sie aus dem Kongo gekommen: Pfarrerin Solange Yumba wa Nkulu, die Partnerschaftskoordinatorin der Evangelisch-Lutherischen Kirche (ELCCo), und der Finanzsekretär Fredric Umba Ndolo. Mit der bayerischen evangelischen Landeskirche verbindet die afrikanische Schwesterkirche eine Kirchenpartnerschaft, die sich auch auf der Ebene der Dekanate fortsetzt: Feuchtwangen und Nürnberg pflegen einen intensiven Austausch mit ihren Partnerdekanaten im fernen Kongo. So unterstützten beispielsweise die Nürnberger ihre Gemeindebesuche in der Diözese Lubumbashi im Südosten des Landes, erzählt Solange Yumba. Aufgrund der enormen Entfernungen und fehlenden Transportwege – der Kongo ist etwa so groß wie Westeuropa, hat aber nur 500 Kilometer asphaltierte Straßen - ein schwieriges und teures Unterfangen.

 

Seit fünf Jahren ist die evangelische Kirche im Kongo in fünf Diözesen aufgeteilt, an deren Spitze jeweils ein Bischof steht. Einer von ihnen übt zudem das Amt des Leitenden Bischofs aus (derzeit Daniel Kabamba Mukala). Das zentrale Kirchenbüro hat seinen Sitz in Lubumbashi. Für etwa 53.000 Kirchenmitglieder gibt es landesweit 84 Pfarrer, davon drei Frauen.

 

Noch immer ist die Kirche intensiv mit der Festigung dieser neuen Struktur beschäftigt, die sich nicht nur Freunde gemacht hat. In Ergänzung zum bestehenden theologischen Seminar soll zudem in Kimbeimbe bei Lubumbashi ein neues Zentrum für Frauenbildung entstehen, in dem besonders die Ehefrauen der Pfarrer für ihre Aufgaben in der Gemeinde geschult werden, nötigenfalls aber auch Lesen und Schreiben lernen.

 

Mission EineWelt unterstützt die Partnerkirche derzeit mit einem Pfarrer und einer Pfarrerin aus Bayern: Dr. Christian Weber leitet das theologische Seminar in Kimbeimbe. Pfarrerin Reinhild Schneider ist seit 2005 für die christliche Bildungsarbeit der Diözese Kivu-Maniema zuständig, ein Gebiet fast so groß wie Deutschland.

 

Daneben hilft Bayern beim Bau oder Wiederaufbau von Dorfkirchen: Die Arbeit und das Material stemmen die Gemeinden selber, lediglich Dachbleche und Zement werden finanziert. Angesichts der dramatisch angestiegenen Aidsraten soll ein Anti-Aidsprogramm auf die ganze Kirche ausgeweitet werden „Unsere Kirche will sich stärker um das Thema kümmern“, kündigt Finanzsekretär Ndolo an.

 

Noch immer sind die Folgen des Krieges zu spüren, der 2002 offiziell beendet wurde und neben drei Millionen Toten unzählige Witwen und Waisen hinterließ. „Die Frauen stehen nach dem Tod des Mannes völlig mittellos da, weil der Besitz traditionell an die Familie zurückgeht“, sagt Pfarrerin Yumba. Dazu kämen die vielen vergewaltigten und traumatisierten Frauen, denen marodierende Rebellen und Soldaten schlimmste Verletzungen zugefügt haben.

 

Aus dem Osten des Landes wird wieder und wieder von Milizenkämpfen berichtet. Nach Einschätzung von Umba Ndolo bekämpfen sich ugandische und kongolesische Rebellen im Grenzgebiet von Uganda und Ruanda noch immer. „Unser Land war 40 Jahre lang zerstört, es braucht Zeit, um sich zu erholen“, sagt der Finanzsekretär.


Annekathrin Jentsch, Pressereferentin

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