"Kirche darf zu Morden und Vergewaltigungen im Kongo nicht schweigen“


Landesbischof Friedrich appelliert an Bundesregierung und Europäische Union – Landeskirche stellt Soforthilfe zur Verfügung

 

(20. November 2008) Angesichts der Morde und Vertreibungen im Kongo hat der bayerische Landesbischof und Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland, Dr. Johannes Friedrich alle Kriegsparteien im Kongo zu einem sofortigen Waffenstillstand und dem unverzüglichen Beginn von Verhandlungen über ein dauerhaftes Ende der Kampfhandlungen aufgefordert. Um eine Aussicht auf Erfolg zu wahren, müssen bei diesen Verhandlungen neben den kämpfenden Parteien auch Vertreter der Religionsgemeinschaften und der Zivilbevölkerung mit einbezogen werden, betonte Friedrich.

 

An Bundesregierung und Europäische Union richtete Landesbischof Friedrich den Appell, sich einzusetzen für eine klare Definition des UN-Mandats mit dem Ziel, Vereinbarungen der kämpfenden Parteien über ein Ende der Kampfhandlungen zu überwachen und effektiv durchzusetzen.

 

„Mit größter Besorgnis“ habe er Berichte aus der lutherischen Partnerkirche im Kongo („Eglise Évangélique Luthérienne au Congo“) zur Kenntnis genommen, wonach unter gröbster Missachtung von Menschenrechten die Zivilbevölkerung erneut Opfer kriegerischer Auseinandersetzungen wird.

 

 „Wenn Kinder als Soldaten rekrutiert werden, Frauen vergewaltigt und Menschen ermordet oder aus ihren Wohnorten vertrieben werden, darf die Kirche nicht schweigen“, so Friedrich.

 

Hunderttausende sind aus ihren Dörfern vertrieben worden. Die meisten Flüchtlinge sind für Hilfsorganisationen nicht oder nur unter erheblicher Gefahr erreichbar. In diesem Zusammenhang forderte Friedrich die kämpfenden Parteien auf, sofort sichere Korridore einzurichten, um den Zugang zu den Notleidenden ermöglichen.

 

Die bayerische Landeskirche stellt  eine Soforthilfe in Höhe von 60.000 Euro für das Nothilfenetzwerk der Kirchen, Action by Churches Together (ACT), zur Verfügung, um effektive Hilfe zu leisten.

 

An den Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind nach Berichten der bayerischen Pfarrerin Reinhild Schneider offenbar alle kämpfenden Parteien beteiligt. Als Mitarbeiterin des Centrums Mission EineWelt in Neuendettelsau ist Schneider zurzeit in der betroffenen Diözese Kivu-Maniema tätig. Schneider sieht bei keiner der Kampfparteien den ernsthaften Willen für einen dauerhaften Frieden. Ein wichtiger Grund aus ihrer Sicht: Aus den reichen Bodenschätzen des Landes lasse sich in Kriegswirren besser persönlicher Profit schlagen als in geordneten Verhältnissen.

Johannes Minkus, Pressesprecher

 

Mission EineWelt hat angesichts der Gewalt im Kongo zur Fürbitte aufgerufen.

Zur Fürbitte