Dr. Leonard Mtaita
Dr. Leonard Mtaita

„Die Situation ist ernst“

 

 

Generalsekretär des Kirchenrates warnt vor Folgen von Weltwirtschaftskrise und Dürre

 

(1. April 2009) Angesichts der Weltwirtschaftskrise fürchtet die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELCT), eine der Partnerkirchen Bayerns, einen Rückgang der ausländischen Zuschüsse. „Wenn die Partner uns weniger unterstützen, können wir unser Personal im Gesundheitswesen und Bildungsbereich nicht mehr gut bezahlen“, warnte Pfarrer Dr. Leonard Mtaita, der Generalsekretär des tansanischen Kirchenrates, am Rande seines Deutschlandbesuches bei Mission EineWelt.

 

Die katholische und evangelische Kirche verantworten mehr als 30 Prozent der Einrichtungen im Gesundheitswesen und im Bildungsbereich. „Kirchliche Schulen und Krankenhäuser genießen in Tansania immer noch den besten Ruf“, unterstrich Mtaita.

 

Für die tansanischen Bauern hat die anhaltende Trockenheit in der Mitte und im Norden des Landes mittlerweile gravierende Folgen. Bereits im letzten Jahr war die Ernte schon geringer. In diesem Jahr wird sie in den betroffenen Gebieten wohl ganz ausfallen. Mtaita: „Die Situation ist ernst. Selbst Hirse und Erdnüsse sind vertrocknet.“ Hirse ist für die betroffenen Kleinbauern ein Hauptnahrungsmittel. Erdnüsse verkaufen sie auf dem Markt.

 

Weil sie derzeit kein Einkommen haben, fällen sie vermehrt Bäume und verkohlen das Holz. An den Straßen verkaufen sie zu Hunderten Säcke mit Holzkohle. „Das ist ein Teufelskreislauf: Einerseits die Klimaveränderung und dann holzen unsere Leute auch noch ab, so dass der Boden austrocknet“, beklagt der Generalsekretär die Lage.

 

Im Nationalen Kirchenrat Tansanias sind 15 christliche Kirchen vertreten. Die ELCT ist größtes Mitglied, neben beispielsweise Anglikanern, Herrnhutern, Mennoniten und Baptisten. Die katholische Kirche und die Pfingstkirchen gehören dem Kirchenrat nicht an. Die Zusammenarbeit erfolgt über die katholische Bischofskonferenz, für die Belange der Muslime mit dem Obersten Muslimrat.  

 

Annekathrin Jentsch, Pressereferentin


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