Direktor Peter Weigand stellt die Ernährungskampagne von Mission EineWelt vor.
Start der Kampagne „Wir haben genug“ des Centrums Mission EineWelt beim Jahresempfang des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg.

Mission EineWelt startet Kampagne "Wir haben genug"

 

 „Es ist ein Skandal, dass uns das Thema Hunger im 21. Jahrhundert noch immer beschäftigt.“ Direktor Peter Weigand machte mit dieser Aussage deutlich, warum das evangelische Centrum Mission EineWelt in den kommenden Jahren dieses Thema ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen will. Der diesjährige Jahresempfang des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg, der im Wildbad Rothenburg stattfand, stand ganz im Zeichen der Ernährungskampagne „Wir haben genug“, die dort vor 280 geladenen Gästen eröffnet wurde.

 

Es sei deshalb ein Skandal, führte Dr. Claudia Jahnel aus, weil heute tatsächlich 12 Milliarden Menschen ernährt werden könnten. Trotzdem würde alle 3 Sekunden ein Kind an Hunger oder den Folgen von Hunger sterben, unterstrich die Fortbildungsreferentin von Mission EineWelt. Weltweit hungere jeder 6. Mensch. Jahnel sprach im Zusammenhang einer wirtschaftlichen Orientierung, in der sich der Preis einer Ware an ihrer Knappheit orientiert, von einer „perversen, menschenverachtenden Logik“.

 

Bei der Präsentation des Kampagnenmaterials hob Direktor Weigand hervor, dass das Wissen um den Hunger in der Welt schon lange bekannt sei. „Aber wir tun nichts dagegen.“ Das soll sich jetzt ändern. Das Motto der auf zwei Jahre angelegten Kampagne sei bewusst doppeldeutig. Wir hätten ja genug, alle zu ernähren, unterstrich er. „Aber wir haben auch genug davon, dass gegen diese Ungerechtigkeit nichts geschieht.“

 

Am Beispiel seines Heimatlandes machte Zachariah Kahuthu, Bischof der Kenianisch Evangelisch-Lutherischen Kirche, deutlich, wie wichtig der weltweite Einsatz gegen den Hunger ist. Viele Menschen in seinem Land müssten mit einer Mahlzeit am Tag auskommen. Ursachen hierfür seien einerseits die hohe Arbeitslosigkeit und andererseits auch die Umweltzerstörung und ihre Folgen. Die Hälfte der Einwohner Kenias hat keine Chance, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Deshalb forderte Kahuthu, es sei höchste Zeit „den Reichtum der Welt gerechter zu verteilen“. Eine nachhaltige Nahrungsmittel- und Wasserversorgung seien wirksame Mittel dafür.

 

Die Kampagne „Wir haben genug“ wird mit Plakaten und Broschüren gerade im kirchlichen Raum für einen Einsatz gegen den Hunger in der Welt werden. Direktor Weigand sprach davon, das Thema in christlichen Gemeinden und den Köpfen des theologischen Personals „zu verankern“.

 

Helge Neuschwander-Lutz

 

eingestellt am 26. Juni 2009


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