Kenias Kirche kämpft gegen Hunger und Korruption
Die Kenianische Evangelisch-Lutherische Kirche (KELC) will sich verstärkt um die Themen Ernährung, Bildung und Umweltschutz in dem ostafrikanischen Land kümmern. Nach den Worten von Bischof Zachariah Kahuthu stünden sie ganz oben auf der Liste der zu lösenden Aufgaben.
Kahuthu berichtet bei einem Treffen im Centrum Mission EineWelt, dass 40 Prozent der kenianischen Bevölkerung ohne Arbeit und damit ohne Chance sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. „Die Lebensmittelpreise gerade für Mais sind drastisch gestiegen.“ Viele könnten deshalb ihren Grundbedarf nicht mehr decken. „Darüber hinaus sinkt die Lebensmittelproduktion täglich“, so der Bischof und es herrsche infolge der Dürre in einigen Regionen erheblicher Wassermangel. Kahuthu erwähnte in diesem Zusammenhang, dass es in den meisten Regionen Kenias genügend unterirdische Wasserreserven gebe. Die Förderung dieser Vorräte sei aber schwierig.
Grund dafür sei unter anderem die Korruption in dem ostafrikanischen Land. Der Bischof betonte, dass die wirtschaftliche Not in seiner Heimat das Problem noch verschärft habe. „Als Kirchen“, so der Bischof selbstkritisch, „sind wir Teil des Problems“. Die KELC werde sich deshalb noch stärker gegen Korruption engagieren.
Das Land treibe Raubbau mit seinen Ressourcen. Große Waldgebiete würden aus wirtschaftlichen Interessen angeholzt. Die KELC habe sich deshalb mit vielen anderen Kirchen verpflichtet, bei jedem kirchlichen Ereignis Bäume zu pflanzen. Um solche Ansätze und ähnliche Projekte weiterzuentwickeln, wünscht sich Kahuthu auch personelle Verstärkung von Mission EineWelt. Das Centrum, das seit vielen Jahren mit der ostafrikanischen Kirche partnerschaftlich zusammenarbeitet, wird mit der KELC über das weitere bayerische Engagement im Gespräch bleiben. Zwei Mitarbeitende, die im Auftrag des Centrums in Kenia mitarbeiten, beenden ihren Dienst demnächst. Eine Position im Bereich der Finanzverwaltung konnte neu besetzt werden.
Bischof Kahuthu hatte Ende letzter Woche in Rothenburg bei der Eröffnung der Ernährungskampagne „Wir haben genug“ von Mission EineWelt bereits auf die schwierige Lange in seiner Heimat hingewiesen. Das landeskirchliche Centrum hat deshalb auch zu Spenden gegen den Hunger in Kenia und Nordtansania aufgerufen.
Helge Neuschwander-Lutz
eingestellt am 3. Juli 2009
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