Mission EineWelt bei australischem Premier in Berlin

 

Dr. Traugott Farnbacher als Vertreter aus deutschen Missionswerken eingeladen


An einer besonderen Gesprächsrunde mit dem australischen Premierminister Kevin Rudd über die Theologie Dietrich Bonhoeffers und sich daraus ergebende politisch-sozialethische Fragen hat Dr. Traugott Farnbacher, Referent für Papua-Neuguinea, Pazifik und Ostasien bei Mission EineWelt, in Berlin teilgenommen. Auf Einladung der australischen Botschaft waren am 7. Juli rund 25 Gäste in der St.-Matthäus-Kirche zusammengekommen, in der der deutsche Theologe und Widerständler 1936 ordiniert worden war und als Vikar gewirkt hatte. Mission EineWelt pflegt seit über 150 Jahren Beziehungen zur australischen lutherischen Kirche (LCA), ebenso zur lutherischen Partnerkirche in Papua-Neuguinea. Daneben engagiert sich das Centrum in den letzten Jahren verstärkt für den asiatisch-pazifischen Raum, etwa in Fragen des Klimawandels, der Menschenrechte und weiteren ethischen Herausforderungen.

 

Der australische Premier, der sich intensiv mit dem Werk Bonhoeffers auseinandergesetzt hat, unterstrich als Politiker und überzeugter Christ die Aktualität von Bonhoeffers Vermächtnis für das heutige politische und kirchlich-globale Handeln. Seiner Einschätzung nach ist es eine Hauptaufgabe der Politik, sich für Unterdrückte einzusetzen. Dementsprechend fordere Rudd stets die Einhaltung der Menschenrechte in China, Nordkorea und Myanmar ein, wie er betonte.

 

Mut zum Widerstand

Die Kirchen seien gefordert, prophetische Stimme für die Armen und Entrechteten in der Welt sein. Rudd verwies auf den Mut zum Widerstand und die Suche nach lebensdienlichen Alternativen als konkrete Nachfolge im Sinn Bonhoeffers. Dies sehe er heute als Aufgabe der Kirchen inmitten säkularer Kontexte, aber auch für Christen in weltpolitischer Verantwortung.

 

Rudd, der seit Dezember 2007 im Amt ist, hatte sich im vergangenen Jahr als erster australischer Premierminister bei den Aborigines seines Landes für von den europäischen Einwanderern begangenes Unrecht entschuldigt. Auch war er maßgeblich am Zustandekommen der Port-Moresby-Deklaration beteiligt, die einen Neubeginn in der Zusammenarbeit von Australien mit den pazifischen Inselstaaten auf der Basis von gegenseitigem Respekt und Toleranz einleitete.


Annekathrin Jentsch, Pressereferentin

 

eingestellt am 10. Juli 2009


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