Horst Seeger mit seiner mosambikanischen Frau Ana und Tochter Célia.
Horst Seeger mit seiner mosambikanischen Frau Ana und Tochter Célia.

Bonifatius in Afrika

Pfarrer Horst Seeger in den Ruhestand verabschiedet

 

Nach einem mehr als 30-jährigen Berufsleben als Pfarrer in Franken, Mosambik und Kenia geht Horst Seeger in den Ruhestand, den er mit seiner Frau Ana und Tochter Célia in Mosambik, der Heimat seiner Frau verleben wird. Der Direktor von Mission EineWelt, Peter Weigand, dankte dem 64-Jährigen und nannte ihn einen „Botschafter Gottes, der für viele Menschen zum Wegweiser und Tröster“ geworden sei.

 

 

Mosambik ist Horst Seeger nicht nur durch seine Frau vertraut. Von 1998 bis 2002 arbeitete er als erster europäischer Mitarbeiter und Gemeindepfarrer der kleinen Evangelisch-Lutherischen Kirche bereits dort, zunächst in der Hauptstadt Maputo, dann in der nördlichen Provinz Tete. Von anfangs sechs Gemeinden ohne wirkliche konfessionelle Zugehörigkeit wuchs die Zahl auf 30, die Seeger in die lutherische Kirche integrieren konnte. „Ich fühlte mich ein bisschen wie Bonifatius“, sagt er schmunzelnd.

 

Schönste und schwierigste Zeit

 

Die vier Jahre in Mosambik nennt er seine schönste und zugleich schwierigste Zeit. Schönste, weil er seine Frau kennengelernt hat, und schwierigste, weil die Kirche sich damals in einer Führungskrise befunden hat. „Gegen den massiven Widerstand der einheimischen Kirchenmitglieder kämpfte eine korrupte Leitung um die Macht“, erzählt Seeger. Er selbst wurde in den Konflikt hineingezogen. „Damals hat mir meine Frau sehr geholfen.“

 

Mittlerweile leitet Kirchenpräsident José Mabasso - übrigens Seegers Schwiegervater - die knapp 10.000 Mitglieder zählende lutherische Kirche. Mosambikaner sind in der Mehrheit Anhänger der traditionellen Religionen, und unter den Christen überwiegen die Katholiken.

 

Seminare zur Qualifizierung angeboten

 

Bis Ende Juni hatte Pfarrer Seeger im kenianischen Malindi gearbeitet. Auch dort war es ihm gelungen, in sechs Jahren die Zahl der Gemeindesprengel fast um das Vierfache zu vergrößern. „Wir sind dort hingegangen, wohin wir gerufen wurden“, verteidigt er das alte „Neuendettelsauer Missionsprinzip“. Mehr Gemeindeleben erfordert qualifizierte Mitarbeiter, und so nahmen vor allem Seminare für Prediger, Kindergottesdiensthelfer und Lehrer für Konfirmandenunterricht breiten Raum ein.

 

Daneben hatte der bayerische Pfarrer auch die Küstenseelsorge der deutschsprachigen Gemeinde übernommen .Dazu gehörte, wenn nötig, Gefängnisseelsorge für Deutsche, die in Mombasa einsaßen. Nach seinem Weggang ist die Stelle in Malindi mit einem einheimischen Pfarrer besetzt worden. Horst Seeger findet das gut: „Die Zeit der ausländischen Missionare in gemeindlicher Leitungsfunktion sollte vorbei sein. Die kenianische Kirche ist selbst dazu in der Lage“, findet er.

 

In Bad Wiessee geboren und in Franken aufgewachsen, trat Horst Seeger seine erste Pfarrstelle 1979 in Rodach/Roßfeld, im Dekanat Coburg, an. Dort entwickelten sich über die Partnerschaft nach Chimala/Tansania - die erste bayerische überhaupt - für ihn auch die ersten Verbindungen zum damaligen Missionswerk, zunächst als Jugendpfarrer, dann als Dekanatsmissionspfarrer. Als Leiter der Regionalstelle Nordwest in Würzburg setzte er ab 1994 vor allem in der afrikanischen Musik Schwerpunkte mit der Gründung des bekannten Tansania-Chores und den mittlerweile zum Standardprogramm von Mission EineWelt avancierten Tommelworkshops. „Durch Tansania bin ich vom Trommeln fasziniert worden“, bekennt er. Auch das Samba-Festival in Coburg geht auf seine Initiative zurück.

 

Annekathrin Jentsch, Pressereferentin

 

eingestellt am 31. Juli 2009


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